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Corona-Virus: Das können Reitanlagen tun

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Täglich, fast stündlich erreichen uns neue Meldungen zum Corona-Virus. Es breitet sich in Deutschland und Europa immer weiter aus und auch für Reitanlagen bedeutet das eine enorme Umstellung und Einschränkung des Alltags: Dürfen wegen des Corona-Virus keine Besucher mehr auf den Betrieb? Müssen Reitschulen schließen? Um Fragen wie diese zu beantworten, hat die deutsche Reiterliche Vereinigung Maßnahmen veröffentlicht, die Betreiber von Pensionsställen und Reitschulen befolgen sollten.

Bitte beachten Sie die aktuellen Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften des jeweiligen Bundeslandes oder Landkreises.

Update 1.12.2020: Reitunterricht auf Reitanlagen in Bayern verboten

Seit dem 1. Dezember gilt für das Bundesland Bayern hinsichtlich Reitunterricht eine Neuerung. Er ist nun grundsätzlich verboten, eine Ausnahme gilt nur unter strengen Auflagen. Erlaubt ist nur Einzelunterricht, Unterricht zu zweit sowie Unterricht mit Personen des eigenen Hausstands, wenn er außerhalb von Reitplatz oder Reithalle stattfindet. Auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten heißt es: 

„Der Betrieb und die Nutzung von Reithallen, Reitplätzen und sonstigen Sportstätten ist für Reitsport und Reitunterricht untersagt. Dies gilt nicht für die aus Tierschutzgründen notwendige Bewegung der Tiere (siehe oben). Reitunterricht darf einzeln, zu zweit oder mit den Angehörigen des gemeinsamen Hausstands nur außerhalb von Reithallen und Reitplätzen stattfinden.“

Update 23.11.2020: Brief der Sportverbände an die Regierungen aller Bundesländer

Die Landessortbünde und der Deutsce Olympische Sportbund (DOSB) wollen mit einem offenen Brief an die Regierungschefs der Länder erreichen, dass Vereinssport so schnell wie möglich wieder stattfinden darf. Ein Argument: Sport und Bewegung sind wichtige Faktoren zur Stärkung des Immunsytems während der Herbst-/ Winterphase der Corona-Pandemie. Ein starkes Immunsystem sei wiederum die beste verfügbare Prophylaxe.

Die Sportverbände verfügten außerdem über umfangreiche Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen. Sie seien deshalb auch in der Lage, bei hohen Inzidenzwerten Sportangebote zu unterbreiten. Ein wichtiges Ziel des Briefes ist es, dass Vereine und Verbände nach dem November schnellstmöglich wieder zu den Regelungen vor dem 28. Oktober zurückzukommen.

Update 17.11.2020 • Bayern:
Reiten in der Halle ist in Bayern unter Auflagen nun doch erlaubt.

Wie das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf seiner Webseite mitteilt, ist Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw. in der Halle unter Auflagen und aus Gründen des Tierwohls erlaubt. Reitunterricht in der Halle bleibt weiterhin untersagt. Der genaue Wortlaut: »Die Versorgung, Pflege und Bewegung der Tiere muss aus Gründen des Tierwohls gewährleistet sein. Pferdebesitzer oder von ihnen Beauftragte dürfen für die notwendige Bewegung der Pferde (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) auch Reithallen nutzen. Beim Bewegen der Pferde ist die Anzahl der Pferde in der Halle oder auf dem Reitplatz, die sich gleichzeitig dort befinden, zu begrenzen. Als Orientierungswert können hier 200 m² pro Pferd unter Einhaltung des Mindestabstands herangezogen werden. Sämtliches soziales Miteinander der Reiter ist zu vermeiden (z.B. Schließen des sogenannten Reiterstübchens)«

»Reitunterricht darf einzeln, zu zweit oder mit den Angehörigen des gemeinsamen Hausstands nur auf einem Reitplatz unter freiem Himmel stattfinden. Dabei wird der Reitlehrer als Dienstleister nicht mitgezählt, wenn er an der Ausübung nicht beteiligt ist. Die Nutzung von Reithallen zur Ausübung von Reitsport oder Reitunterricht ist seit dem 13.11.2020 untersagt«, so das Ministerium weiter.

Update 15.11.2020 • NRW: Einzelunterricht ist doch verboten

Wie der Pferdesportverband Rheinland e.V. (PSVR) mitteilt, ist der Einzelunterricht in NRW ab sofort verboten. Der Verband bezieht sich bei dieser Aussage auf eine E-Mail aus dem Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MAGS). Laut Verband setzt das MAGS in der E-Mail den PSVR darüber in Kenntnis, »dass Reitunterricht in NRW unzulässig ist. Eine Differenzierung zwischen Einzel- und Gruppenunterricht erfolgt dabei nicht. Als rechtlichen Bezug nennt das MAGS dazu die Regelungen des § 7 Absatz 1 Satz der Corona-Schutzverordnung. Dort sind die Belange der außerschulischen Bildung geregelt«, so der Pferdesportverband Rheinland e.V. (PSVR).

Weitere Infos unter: psvr-online.de

Update 13.11.2020 • Bayern:
Reitsport in der Halle ist in Bayern verboten

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die vollständige Schließung von Fitness-Studios im Zuge des  Lockdown Lights gekippt. Begründung: Aufgrund des Gleichheitsprinzips müssen Fitness-Studios öffnen dürfen, wenn auch andere Indoor-Sportarten wie beispielsweise das Reiten in Reithallen oder Tennis in Tennishallen erlaubt ist. Die Bayerische Staatsregierung reagierte umgehend und verbot den Hallensport im gesamten Freistaat komplett,  um dem Gleichheitsprinzips gerecht zu werden. Diese Entscheidung betrifft auch Pferdebetriebe! Wie das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf seiner Webseite mitteilt, ist »die Nutzung von Reithallen zur Ausübung von Reitsport ab dem 13.11.2020 untersagt

»Abweichend hiervon ist der Betrieb und die Nutzung von Reithallen zur Bewegung von Tieren aus zwingenden Gründen des Tierschutzes oder des Tierwohls zulässig. Sämtliches soziales Miteinander der Pferdebesitzer ist zu vermeiden (z. B. Schließen des Reiterstübchens)«, so das Ministerium weiter.

Außerdem erklärt das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: »Grundsätzlich erlaubt ist die Ausübung von Individualsportarten allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands. Für diese Zwecke ist die Nutzung von Reitplätzen unter freiem Himmel zulässig.«

Update 10.11.2020 – Novemberhilfen

Im Zuge der Corona-Krise und des Lockdown Lights haben die Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen ein weiteres Hilfspaket beschlossen. Die sogenannten Novemberhilfen umfassen 10 Milliarden Euro. Sie richten sich an Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die von temporären Schließungen betroffen sind.

Solche Unternehmen, die aufgrund de aufgrund des Beschlusses vom 28. Oktober den Geschäftsbetrieb einstellen mussten, sind antragsberechtigt. Außerdem sind öffentliche Unternehmen und Einrichtungen ebenfalls berechtigt, einen Antrag zu stellen. Zusätzlich sollen die Unternehmen, die indirekt betroffen sind, da sie durch die Schließung in ihrem Gewerbe gehindert werden, ebenfalls Anträge stellen dürfen.  Dies gilt für Unternehmen, die regelmäßig 80% ihrer Umsätze von Unternehmen erhalten, die direkt von den Schließungen betroffen sind.

So berechnen sich die Zuschüsse der Novemberhilfen

Pro Woche der Schließung werden in der Regel Zuschüsse in Höhe von 75% des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt. Andere Förderleistungen für November 2020, wie Kurzarbeit und Überbrückungshilfen, werden angerechnet.

Auch für Reitvereine oder Reitschulen könnte dieses Angebot relevant sein. Die Duetsche Reiterliche Vereinigung (FN) empfiehlt, Unternehmen, Betrieben und Selbständigen im Bereich Pferdesport die Anforderungen zu prüfen und Anträge zu stellen.

Quelle: pferd-aktuell.de

Update 04.11.2020

Reitbetrieb in den meisten Bundesländern möglich – erste Auslegungen liegen vor

Nach den bundeseinheitlichen Beschlüssen zur Einschränkung der Corona-Pandemie herrschte zunächst unter Betreibern von Reitanlagen und Reitschulen Verwirrung. Nun haben die ersten Länder bereits klare Regeln für den Reitsport formuliert. Laut FN bleibt der Reitbetrieb in den meisten Bundesländern möglich.

  • Nordrhein-Westfahlen: Auch Reithallen dürfen in bestimmtem Rahmen benutzt werden, um Pferde zu bewegen. Es gilt die Vorgabe von 200 m² pro Pferd (also vier Pferde in einer 20 x 40 m großen Halle). Die Anwesenheit eines Reitlehrer zur artgerechten Bewegung eines Schulpferdes ist erforderlich. Allerding muss er Reitlehrer zu allen Zeiten den nötigen Abstand wahren.
  • Hamburg: Auch hier dürfen Reithallen unter gewissen Voraussetzungen genutzt werden, um Pferde zu bewegen.
  • Saarland: Es ist ausdrücklich vorgesehen, dass Trainer oder Reitlehrer während der Bewegung der Pferde anwesend sind, um die nötige Sicherheit zu gewährleisten. Ein entsprechendes Hygienekonzept ist vorgelegt.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Auch hier sind Trainer und Reitlehrer während der Bewegung der Pferde ausdrücklich vorgesehen. Das Bundesland erlaubt sogar eine aktive Unterrichtserteilung für Kinder und Jugendliche.
  • Baden-Württemberg: Reitkurse sind zu zweit oder mit angehörigen des eigenen Haushalts möglich, schreibt der Pferdesportverband Baden-Württemberg. Konkret heißt es in der Auslegung: „Weitläufige Anlagen wie Golfplätze, Reitanlagen oder auch Tennisplatzanlagen dürfen auch von mehreren individualsportlich aktiven Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln genutzt werden. Voraussetzung für die Nutzung der Toiletten, Umkleiden und Duschen ist, dass sie nicht geteilt werden und Personen, die nicht gemeinsam sportlich aktiv sind, sich nicht begegnen.“
  • Bayern: In Bayern ist Reitunterricht einzeln oder mit mehreren Personen aus dem eigenen Hausstand erlaubt. Reithalle und Reitplatz dürfen dafür genutzt werden. Beim Bewegen der Pferde auf Halle oder Platz müssen die Anzahl der Pferde begrenzt werden. Eine Orientierung sei 200 m² pro Pferd. Dies teilte der  Bayerische Reit- und Fahrerverband mit.
  • Hessen: In Hessen ist die Anzahl der Personen auf Reitanlagen laut Informationen des Pferdesportverbands Hessen nicht begrenzt. Auch die Flächen, auf denen Pferde bewegt werden, unterlägen keinen Größenangaben. Beim Bewegen der Pferde könnte eine fachkundige Person nötig sein. Im öffentlichen Raum ist Reiten als Individualsport erlaubt. Reitkurse, Schulungen und Wettbewerbe dürfen nicht stattfinden. Die für Reitsport relevante Auslegung: „Für den Freizeit- und Amateursportbetrieb sind die öffentlichen und privaten Sportanlagen bis zum Ablauf des 30. November 2020 geschlossen. […] Es findet kein Breiten- und Freizeitsport mehr auf Sportanlagen im Freien oder in gedeckten Anlagen (Hallen, Schießsportanlagen, etc.) statt. Es ist möglich im öffentlichen Raum, also auf Wegen, auf Wasserstraßen und öffentlichen Wasserflächen, im Wald oder in Parks, Individualsport zu betreiben, also etwa Joggen, Rad zu fahren oder zu Wandern. Auch z.B. Reiten, Rudern, Segeln, Segelfliegen und Ski-Langlauf im Sinne einer freizeitsportlichen Tätigkeit in der Öffentlichkeit sind unter Einhaltung der sonstigen Kontaktbeschränkungen möglich. Die Entnahme von Sportgeräten aus Spotanlagen ist zu diesem Zwecke gestattet. Das Bewegen von Pferden ist vor dem Hintergrund des Tierwohlschutzes auch auf der Sportanlage gestattet, davon nicht umfasst sind Reitkurse, Schulungen, Wettbewerbe o.ä..“
  • Rheinland-Pfalz: Der Pferdesportverband Rheinland-Pfalz gibt bekannt, dass Reitkurse als Einzelunterricht im Freien stattfinden dürfen. Reitsport sei allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands gestattet. Der Verband ist der Auffassung, dass in der dunklen Jahreszeit auch Reithallen zur Bewegung der Pferde genutzt werden müssen. Dies schließt aktuell aber nicht die Nutzung der Reithallen für Unterricht, Reitsport, Training ein. Der Verband tritt für eine landesweite Nutzung der Reithallen ein.
  • Thüringen: Der Thüringer Reit- und Fahrverband hat veröffentlicht, dass Individualsport wie Reiten, Fahren und Einzelvoltigieren nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt ist. Doppel- und Gruppenvoltigieren sei vorerst nicht erlaubt. Betreiber von Sportanlagen müssen ein schriftliches Hygienekonzept erstellen und umsetzen und mit der zuständigen Gesundheitsbehörde abstimmen. Die Personen, die sich gleichzeitig auf der Anlage aufhalten, seien auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Berlin: Reithallen und -Anlagen in Privatbesitz unterliegen laut dem Landesverband Pferdesport Berlin-Brandenburg nicht den Sperr-Vorschriften. Dies gilt auch, wenn ein Verein eine Halle besitzt. Alle Hygiene- und Abstandsregeln seien einzuhalten. Kinder bis 12 Jahre dürfen in Gruppen von bis zu 10 Personen im Außenbereich Sport treiben. Eine Person darf diese Gruppe betreuen. Personen die älter als 12 Jahre sind, dürfen keine Gruppen bilden. Als Individualsport ist Reiten erlaubt. Die Empfehlung der FN, ca. 200 m² pro  Pferd an Platz einzurechnen hat Bestand. Einzelvoltigieren und Hippotherapie sind erlaubt.
  • Sachsen: Individualsport (Reiten, Fahren und Einzelvoltigieren) darf allein oder zu zweit sowie mit dem einen Hausstand betrieben werden. Laut dem Pferdesportverband Sachsen ist auch Schulsport erlaubt. Doppel- und Gruppenvoltigieren ist nicht erlaubt. Auch Reitplätze und -hallen sind nutzbar. Von Feiern ist abzusehen, notwendige Gremiensitzungen und Mitgliederversammlungen sind aber unter Einhaltung der Hygienevorschriften möglich. Um eine Sportanlage zu betreiben, ist ein Hygienekonzept zu erstellen. Die zuständige Gesundheitsbehörde kann dieses Konzept kontrollieren.
  • Schleswig-Holstein: Gruppenunterricht, Gruppenausritte oder Gruppenvoltigieren sind durch die aktuellen Beschränkungen in Schleswig-Holstein unzulässig. Dies teilt der Pferdesportverband Schleswig-Holstein mit. Ausnahme gelte nur für die Sportausübung von Personen des selben Hausstandes. Einzelunterricht und Einzelvoltigieren sind unter Einhalten der Abstände und Hygienemaßnahmen gestattet.
  • Niedersachsen: Die Niedersächsische Verordnung ermöglicht das Reiten als Individualsportart auf privaten und Sportanlagen sowie im öffentlichen Raum. Dies sowie detaillierte Handlungsempfehlung zur aktuellen Situation gab der PSV Hannover bekannt. Darin rät er u.a. zu einem Hygienekonzept. Reitunterricht und Training in Gruppe sei nicht gestattet.
  • Brandenburg: Pferdesport als Individualsport ist unter Abstandswahrung in Halle und auf dem Reitplatz laut dem Landesverband Pferdesport Berlin Brandenburg möglich. Kontaktsport mit Personen aus anderen Haushalten, z.B. Gruppenvoltigieren, sei nicht erlaubt.
  • Sachsen-Anhalt: Reiten, Fahren und Einzelvoltigieren dürfen weiterhin durchgeführt werden. Gruppentraining mit mehr als zwei Sportlern sei unzulässig. Demnach dürfe Reitlehrer nicht mehr als zwei Schüler gleichzeitig unterrichten, stellt der Pferdesportverband Sachsen-Anhalt klar. Sie empfehlen, sich an die Vorgabe 200 m² pro Reiter-Pferd-Paar zu halten. Der Verband stellt auch einen Leitfaden für Reitunterricht zur Verfügung.

Konkretisierungen auf den Reitsport stehen bei den übrigen Bundesländern noch aus.

Softer Lockdown im November 2020 – Was bedeutet das für Reitanlagen?

Ab 2. November müssen Freizeit- und Amateursportbetriebe schließen. Für den Individualsport sind jedoch Ausnahmen vorgesehen. Soenke Lauterbauch, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) erläutert: „Wie diese Ausnahmen konkret ausgestaltet werden, ist uns aufgrund des vorliegenden Textes noch nicht klar. Das müssen die Bundesländer nun in Verordnungen gießen. Und wir werden uns dafür einsetzen, dass hier praxistaugliche Vorgaben für den Pferdesport gemacht werden“,

Der Beschluss sieht konkret vor:  Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehört auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen. Dabei liegt der Fokus des Beschlusses klar auf dem Freizeitsport. Profi-Sportveranstaltungen dürfen weiterhin stattfinden und Berufssportler weiter trainieren.

Soenke Lauterbach hält fest: „Unsere Landesverbände werden jetzt wie im Frühjahr mit den zuständigen Landesministerien nach bestmöglichen Lösungen suchen.“ Er verkündet weiter: „Wir setzen uns dafür ein, dass der Pferdesport im Sinne des Individualsports behandelt wird. Leider kann das für das Gruppenvoltigieren nicht gelten. Unsere Forderung ist, dass die Ministerien der Bundesländer maßvoll mit den Beschlüssen umgehen. Vor allem die räumlichen Gegebenheiten wie die Größe der Reitfläche und die Belüftung müssen bei der Umsetzung beachtet werden“,

Positionen der FN zum Lockdown November 2020

  • Der Pferdesport ist nicht als Kontaktsport einzustufen, da Sicherheitsabstände beim Reiten selbstverständlich statt. Er findet außerdem an der frischen Luft statt
  • Die Bewegungsflächen, wie Reithallen und -plätze sind groß. Die FN fordert, dass mindestens die Bewegungsregel der meisten Bundesländer aus dem vorherigen Lockdown gelten. Diese besagte, dass mindestens ein Pferd pro 200 m² bewegt werden darf. Im Einzelfall könne das bedeuten, dass mehr als zwei Reiter gleichzeitig in der Halle sind.
  • Laut Auffassung der FN ist auch Unterricht erlaubt. Denn die Pferdebewegung in Reithalle oder auf dem Reitplatz bedürfe einer fachkundigen Aufsicht.
  • Die Pferdesportverbände wollen laut FN ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und die Behörden unterstützen. Deshalb empfehlen sie Vereinen und Reitanlagen weiterhin Anwesenheiten zu kontrollieren, und zu dokumentieren. Wo nötig, sollten die Anwesenheiten auch reguliert werden.
  • Die Leitfäden, die Verbände zur Verfügung stellen, werden stetig aktualisiert.

Das empfiehlt die FN:

 

Ausblick auf die Hallensaison Oktober 2020

Inzwischen sind seit Juli wieder Reitturniere in den meisten Bundesländern erlaubt. Die Veranstalter müssen jedoch – je nach Bundesland – strenge Hygieneregeln einhalten. Das macht das Abhalten von Turnieren schwierig. FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach sagt dazu: “ Während im Zeitraum 1. Januar bis 31. August 2019 deutschlandweit etwa 2700 Turniere stattgefunden haben, waren es in diesem Jahr nur rund 1160. In der Wintersaison finden grundsätzlich weniger Turniere statt als im Sommer und ich befürchte, dass es in diesem Jahr noch weniger werden, weil der Aufwand für die Turnierveranstalter größer ist als gewöhnlich und neue Beschränkungen drohen.“ Um die Organisation das Abhalten von Turnieren, wo sie aktuell erlaubt sind, zu erleichtern, hat die FN Checklisten und Leitfäden auf ihrer Website zusammengestellt.

Das können Betriebsleiter und Vereine tun, um vor Ansteckung zu schützen:

  • Mund-Nasen-Bedeckung / Maske in geschlossenen Räumen / wo der Abstand nicht eingehalten werden kann.
  • Dokumentation der Anwesenheit in Listen mit Kontaktdaten
  • Anwesenheiten auf Reitanlagen reduzieren
  • Maximal Anzahl anwesender Personen in der Reithalle festlegen / beschränken (ggf. Regeln des Landkreises beachten) Helfen können hier Apps von Acclaro, DiePferdeApp und MyRoundpen.
  • Handdesinfektionsmittel bereitstellen

 

Update 10.06.2020 16 Uhr: Gruppen bis zu 20 Personen dürfen reiten.

Bayern: Das Bayerische Staatsministerium hat seine Corona-Vorschriften für Pferdebetriebe am 10.06.2020 aktualisiert. Nun ist der Trainingsbetrieb (einschließlich Reitunterricht) an der frischen Luft oder in Reithallen erlaubt, wenn die Hygienevorschriften eingehalten werden. D.h. Abstandsregel von mindestens 1,5 m zwischen zwei Personen müssen beachtet werden. Reitsport darf allein aber auch in Gruppen von bis zu 20 Personen, inklusive Trainer/Reitlehrer, stattfinden. Umkleidekabinen in geschlossenen Räumlichkeiten sind tabu. Außerhalb des Trainings besteht in geschlossenen Räumlichkeiten weiterhin Maskenpflicht. Die Regelung soll laut Staatsministerium sicherstellen, „dass überall dort, wo Personen in Sporteinrichtungen in geschlossenen Räumen zusammentreffen (müssen) und wo typischerweise der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, die Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird.“ Allerdings kann auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, „wenn das aufgrund der konkreten Umstände, z. B. in Reithallen und Stallungen, nicht zu befürchten sein sollte (Mindestabstände können problemlos eingehalten werden, stets ausreichende Durchlüftung, etc.)“.

Saarland: Ab dem 15. Juni 2020 wird beim Kurs-, Trainings- und Sportbetrieb die Gruppengröße von zehn auf maximal 20 Personen erhöht. Zuschauer sind in begrenzter Anzahl unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder zugelassen. Auch hier gilt, dass maximal 50 Personen in einem geschlossenem Raum und maximal 100 Personen unter freiem Himmel erlaubt sind.

Update 06.06.2020 16 Uhr: Maskenpflicht im Pensionspferdestall

In Bayern gilt ab dem 8. Juni 2020 Maskenpflicht in den geschlossenen Räumen eines Pferdebetriebs bzw. „in geschlossenen Räumen von Einrichtungen, die dem Trainingsbetrieb dienen“. Durch diese Maßnahme soll das Corona-Virus in seiner Verbreitung weiter aufgehalten werden. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht laut Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten „außerhalb des eigentlichen Reittrainings in allen geschlossenen Räumlichkeiten, insbesondere in Reithallen, Stallungen, WC-Anlagen, Sattelkammern etc.“

Zudem teilt das Ministerium mit, welche Regeln ab dem 02. Juni 2020 für reittherapeutische Maßnahmen (Hippotherapie) gelten: Reittherapeuten müssen grundsätzlich einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Patienten gewährleisten. Außerdem gilt für Therapeuten, Patienten und Begleitpersonen zum Schutz vor dem Corona-Virus eine Maskenpflicht. Auf Letztere darf nur verzichtet werden, wenn die Art der Leistung sie nicht zulässt. „Der Mindestabstand von 1,5 m muss zwischen Therapeut und Patient nicht zwingend eingehalten werden, es wird jedoch dazu geraten, wo immer möglich auf den Mindestabstand zu achten“, erklärt das zuständige Ministerium in Bayern.

Update 13.05.2020 16 Uhr: Laut FN bundesweit Reitunterricht

Im Breiten- und Freizeitbereich sei Sport und Training an der frischen Luft unter Auflagen bundesweit seit 11. Mai wieder erlaubt. Mit dieser guten Nachricht riss die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) etliche Betriebe aus der Ohnmacht.  Und weiter: Reitunterricht sei aus Sicht der FN damit wieder unter gewissen Bedingungen erlaubt. Dazu gehören vor allem der Mindestabstand von 1,5 Meter sowie die Hygiene-Regeln.

Aber Achtung: Die jeweiligen Bedingungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. So gilt zum Beispiel für Nordrhein-Westfahlen, dass Kinder unter 12 Jahren die Reitanlage nur mit erwachsener Begleitung betreten dürfen. Außerdem legen die Bundesländer die Definition „an der frischen Luft“ unterschiedlich aus. Für den Reitunterricht konkret bedeutet das die Frage: Ist Reitunterricht in einer gut belüfteten Reithalle „an der frischen Luft“? Dazu gibt es keine Einigkeit.

Zudem gilt noch immer, dass sich alle Personen auf dem Reitanlage aus dem Weg gehen können müssen. Für Betriebe mit Einstellern und Reitunterricht, kann das zu Schwierigkeiten führen. Helfen kann eine Liste oder eine digitale Anwendung, um die Anwesenheit zu beschränken bzw. zu kontrollieren.

Update 07.05.2020 17 Uhr: Reitunterricht

Die Corona-Krise hält Reitschulen in Deutschland größtenteils geschlossen. Nun haben einige Länder Lockerungen bestimmt, die den Reitunterricht teilweise wieder ermöglichen. In anderen Teilen Deutschlands herrscht noch immer Unklarheit oder die Bundesländer haben sich klar gegen eine Wiederöffnung der Reitschulen entschieden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte sich für die Wiederöffnung stark gemacht. Hier bieten wir euch nun eine Übersicht der Länder:

Bayern

In Bayern ist ab 11. Mai Reitunterricht in der Halle wieder erlaubt. Dementsprechend können Reitschulen im Freistaat ihren Betrieb wieder aufnehmen – allerdings noch nicht uneingeschränkt.

Bremen

Einzelne Reitstunden dürfen in Bremen stattfinden, wenn ein entsprechender Hygieneplan vorliegt und die Corona-Verordnung eingehalten werden. Allerdings müssen Training und Reitunterricht unter freiem Himmel stattfinden. Reitunterricht in der Reithalle ist verboten.

Niedersachsen

In Niedersachsen sind seit dem 6. Mai Sportanlagen im Freien wieder fürs Training offen, falls ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Mecklenburg-Vorpommern

Grünes Licht für Reiter in Mecklenburg-Vorpommern seit 20. April: Sportplätze und Sportaußenanlagen dürfen wieder für Individualsport öffnen, wenn die Auflagen eingehalten werden. Dazu gehört die Abstandspflicht und Zugangsbeschränkungen.

Rheinland-Pfalz

Bereits seit 20. April hat die Landesregierung von Rheinland-Pfalz das Reiten auf Sportanlagen im Freien, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands sowie unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt.

Saarland

Seit dem 4. Mai erlaubt sind im Saarland wieder kontaktarme Sportarten wieder erlaubt. Darunter fällt auch der Pferdesport. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Reiter den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen.

Sachsen

Auch in Sachsen ist seit dem 4. Mai wieder Sport unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. So ist der Sport im Freien erlaubt, wenn die Auflagen zum Infektionsschutz eingehalten werden. Eine weitere Bedingung ist der Mindestabstand von 1,5 Metern. Die Regel schließt keine Sportart aus, sieht aber lediglich Training in Kleingruppen unter Einhalten von Hygienevorschriften vor. Innensportstätten bleiben geschlossen.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind ebenfalls seit 4. Mai öffentliche und private Sportanlagen wieder eröffnet, wenn dort Sport kontaktfrei ausgeübt werden kann. Selbstverständlich gelten die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Sportlern. Unter Auflage darf auch Reitunterricht wieder stattfinden.

Thüringen

Ab dem 4. Mai gilt in Thüringen, dass Individualsport wie Rudern, Segeln, Tennis, Luftsport, Leichtathletik und Reiten erlaubt ist. Bedingung ist, dass der Mindestabstand eingehalten wird.

Update 25. April 09:00 Uhr

Bayern korrigiert Vorgaben für Reitunterricht

Laut Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird die Möglichkeit Reitunterricht zu geben, wie folgt eingeschränkt: „[…] Einzelunterricht beim Ausritt in der Natur ist erlaubt. Die Abstands- und Infektionsschutzregeln sind einzuhalten. Der Betrieb von Sportanlagen (Reitplätze im Freien, Sprungplätze etc.) für Freizeitsportler ist weiterhin untersagt.“ Das ist aktuell auf der Website des Ministeriums zu lesen.

Update 24. April 10:00 Uhr

Reitunterricht darf in Bayern wieder stattfinden

Seit 20. April hat Bayern die Ausgangsbeschränkungen bezüglich Covid-19 gelockert: Nun ist Sport unter freiem Himmel mit einer anderen Person erlaubt, die nicht im selben Hausstand lebt. Somit steht auch dem Einzel-Reitunterricht nichts mehr im Wege. Solange Reitschüler und Lehrer die Hygiene-Standards auf den Anlagen einhalten können. Außerdem muss der Unterricht im Freien, beispielsweise auf dem Reitplatz, oder Gelände, stattfinden. Gruppenunterricht ist im Freistaat noch immer untersagt. In ganz Bayern haben viele Reitschulen den Unterricht in dieser Woche deshalb wieder aufgenommen.

Die Ausgangsbeschränkungen sind in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich definiert. Dementsprechend sind auch die Regeln zum Reitunterricht nicht einheitlich. In Rheinland-Pfalz ist Reiten beispielsweise ebenfalls zulässig. In anderen Bundesländern, wie Sachsen-Anhalt, bleiben Reitschulen noch größtenteils geschlossen.

Auflagen für Pensionsstallbetriebe bleiben

In Pensionsställen dürfen weiterhin nur Personen den Stall betreten, die für die Versorgung und Bewegung der Pferde notwendig sind. Damit sich nicht zu viele Personen gleichzeitig auf der Anlage befinden und die Abstandsregeln eingehalten werden können, greifen viele Pensionsbetriebe auf digitale Zeitpläne und Anwesenheitslisten zurück. Für den Fall, dass sich Einsteller nicht an die Regeln halten, kann sowohl für der Pferdebesitzer selbst als auch der Stallbetreiber ein Bußgeld fällig sein.

Was tun wenn ein Mitarbeiter ausfällt? Erkrankt Personal oder fällt es aus, weil die Reibestimmungen eine Anreise verhindern, muss der Betrieb andere Wege finden, um die Pferde weiter zu versorgen. Allerdings müssen Betriebsleiter beachten, dass Einsteller bei ihren Aushilfstätigkeiten in der Regel nicht unfallversichert sind, wenn sie keinen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Dies gilt es im Einzelfall mit der Versicherung vorab zu klären.

Wichtige Hilfsmittel zur Stallorganisation in Corona-Zeiten 

Pferdezucht: Decksaison darf stattfinden

In Bayern sind alle Tätigkeiten im Bereich der Pferdezucht weiterhin möglich. Das Belegen der Stute durch Natursprung oder künstlicher Besamung sowie der Transport sind noch immer erlaubt. Dabei müssen alle beteiligten Personen jedoch auf den notwendigen Abstand und auf den Infektionsschutz achten. Um Corona-Infektionen zu vermeiden rät das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, einen Maßnahmenplan zu erstellen.

Update 16. April 15:30 Uhr:

Die Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 3. Mai bundesweit erhalten. Auch für Reitanlagen bleibt die bestehende Regel. Auf den Tag X, an dem wieder der normale Betrieb aufgenommen werden kann, muss man sich vorbereiten. Deshalb entwirft die FN ein Positionspapier. Außerdem rief eine Privatperson eine Petition für die Öffnung der Reitschulen ins Leben.

Update 17. März 10 Uhr:

Die Bundesregierung hat mit den Bundesländer Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus vereinbart. „Wir brauchen einschneidende Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Demnach müssen alle Sporteinrichtungen vorerst geschlossen bleiben, auch Zusammenkünfte in Vereinen, Sport- und Freizeiteinrichtungen sind untersagt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat mit einem entsprechenden Maßnahmenkatalog für Vereine und Betriebe darauf reagiert.

Bei der Pferdehaltung sollen demnach folgende Punkte jederzeit sichergestellt sein:

• Pferdegerechte Fütterung
• Pflege der Boxen (Ausmisten und Einstreuen, Kontrolle der Tröge und Tränken)
• Tägliche Tierkontrolle (Ist das Pferd gesund? Liegen Verletzungen vor?)
• Täglich mehrstündige Bewegung zusammengesetzt aus kontrollierter (z. B. Training) und freier Bewegung (Auslauf auf dem Paddock/der Weide) sind essentiell für physisches und psychisches Wohlbefinden sowie die Gesunderhaltung
• Notwendige tierärztliche Versorgung
• Ggf. notwendige Versorgung durch den Schmied

In den meisten Bundesländern gibt es seit dem Wochenende eine Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus, in der es u.a. heißt: „Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist untersagt. Dies gilt sowohl für Sportanlagen im Freien als auch in geschlossenen Räumen (z. B. Fußball- und Tennishallen, Schießstände usw.) sowie für so genannte Indoorspielplätze.“ Reitbetriebe werden darin nicht explizit genannt. Sie sind auch in den meisten Fällen landwirtschaftliche Betriebe.

Folgende Informationen konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt zusammenstellen:

– Landwirtschaftliche Betriebe fallen nicht unter diese Regelung.
– Es gilt nach wie vor das Tierschutzgesetz §2:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

Der Notfallplan

Für Pferdebesitzer, Reiter und Betriebsleiter gibt es verschiedene Sofortmaßnahmen, um das Risiko zu minimieren und um dem „eingeschränkten Aufenthaltsverbot“ nachzukommen:

  • Der Aufenthalt im Stall sollte sich auf das Minimum (Versorgen und Bewegen des Pferdes) beschränken.
  • Grundsätzliche Hygienemaßnahmen (Abstand zu anderen Personen – mindestens 2,5 Meter, Husten- und Niesetikette einhalten, regelmäßiges Händewaschen, usw.) einhalten. Kein Händeschütteln, keine Unterhaltungen u. ä.
    Tipp: Ein eigenes Handtuch erhöht die Hygiene!
  • durchgängig Handschuhe tragen
  • Urlaubsrückkehrer sollten für 14 Tage in Quarantäne bleiben, vor allem wenn sie die Ferien in Risikogebieten verbracht haben.
  • Pro Tag sollte nur eine Person pro Pferd auf die Anlage.
  • In einer 20×40 Meter Reithalle sollten sich maximal vier Personen gleichzeitig aufhalten, in einer 20×60 Meter Reithalle maximal sechs Personen
  • Keine Zuschauer in der Reithalle, Casino oder Reiterstübchen mit engerem Personenkontakt meiden.
  • Während Futter- und Mistzeiten sollten sich nur Betriebsmitarbeiter im Stall aufhalten.
  • Es sollte immer nur eine Person in der Sattelkammer sein.
  • Bei jeglichen Krankheitssymptomen darf der Betrieb nicht mehr betreten werden.

Auf den Notfall vorbereiten: die Quarantäne

Die häusliche Quarantäne macht besonders Tierbesitzern zu schaffen. Während immerhin der Garten oder Balkon zur Freude von beispielsweise Hunden noch betreten werden darf, ist ein Stallbesuch nicht möglich. Der einstündige Spaziergang im Park mit dem Hund eines Nachbarn, der sich in Quarantäne befindet, ist kein Problem. Schließlich geht der Hund ja auch die letzten Meter zu Herrchen oder Frauchen alleine.
Bei der Hilfe für das Pferd sieht das aber schon anders aus. Nicht jeder kann mit den Tieren umgehen, nicht jeder überlässt jedem sein Pferd. Das größte Problem aber: Stallbesuch ist nicht mit einem Spaziergang im Garten gleichzusetzen! Und das Argument, „aber ich musste doch in den Stall, wer soll sich denn sonst um mein Pferd kümmern?“, zählt nicht.

Tipps für den Notfallplan:

• Pferdebesitzer sollten verschiedene Situationen durchspielen, die eintreten können: Wer kümmert sich um mein Pferd, wenn ich erkranke bzw. in Quarantäne muss? Welchen Tierarzt, Hufschmied, Futterlieferanten habe ich als Alternative im Falle eines Ausfalls?
• Gründen Sie WhatsApp-Gruppen, in denen Sie sich mit den anderen Pferdebesitzern austauschen können. Helfen Sie sich gegenseitig! Wer hat den Schlüssel für den Schrank? Wessen Pferd kenne ich und kann es gegebenenfalls mitversorgen?
• Überlegen Sie einen Notfallplan, falls der Betrieb zur Quarantäne erklärt wird. Wer kann sich um die Versorgung kümmern? Wer kann Pferde bewegen und wie?
• Reduzieren Sie Ihren Aufenthalt im Stall auf das Minimum.
• Wenn eine Ausgangssperre verhängt wird, sollte man sich an das zuständige Gesundheitsamt, an den Sportbund oder den Landesverband wenden, um eine Regelung zu finden, damit die Versorgung des Pferdes sichergestellt werden kann. Die rechtlich relevante Instanz ist das zuständige Gesundheitsamt. Unter diesem Link kann man seine Postleitzahl eingeben und erfährt, wo die zuständige Stelle ist und wie sie zu erreichen ist.

Hier gibt es das Handbuch für Betriebliche Pandemieplanung zum kostenfreien Download. 

Vorgelegt durch: Thomas Doeser / pferderechtsanwaelte.de 

Finanzielle Hilfen

Durch die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben Vereine, Betriebe und Reitschulen mit Verdienstausfällen zu rechnen. Die Bürgschaftsbanken der Länder bieten besondere Kreditangebote, um diese Engpässe zu überbrücken. Unter diesem Link, Frage: „An wen kann ich mich in finanzieller Notlage wenden?“ hat die FN eine Übersicht der Banken und Antragsformulare zusammengestellt. Schnelle Hilfe verspricht auch die Landwirtschaftliche Rentenbank. 

Informationen zum Umgang mit der Ausbreitung des Corona-Virus für Reitschulen und Pensionsställe

Liebe Reitschüler, liebe Einsteller,

die Eindämmung des Corona-Virus ist für uns alle eine noch nie dagewesene Herausforderung. Vereine und Betriebe müssen dabei Maßnahmen treffen, die gleichzeitig die Gesundheit der Menschen und der Tiere mit den Tierschutzvorgaben sicherstellen. Dazu gehören die Pferdeversorgung sowie Fütterung und Unterbringung genauso wie die Pferdebewegung und Tiergesundheit (z.B. Kolikprophylaxe).

Reitschulen:

Vorbehaltlich regionaler behördlicher Vorgaben gilt für Reitschulen, dass unter strikter Einhaltung der hygienischen Vorgaben ein Notbewegungsplan sichergestellt werden muss:

  •  Nur Reitschüler, die eigenständig ein Pferd vorbereiten, reiten und nachher versorgen, sollen von der verantwortlichen Person des Vereins/Betriebs auf freiwilliger Basis dafür vorgesehen werden.
  • Die fachkompetente Koordination dieser „Notbewegungshelfer“ übernimmt entweder der Betriebsleiter, ein Vorstandsmitglied oder der leitende Reitlehrer.
  • Die Pferdevor- und -nachbereitung muss mit entsprechenden räumlichen Abständen der Menschen/Pferde voneinander erfolgen.
  •  Die Pferdebewegung auf dem Reitplatz/in der Reitbahn bedarf einer zielgerichteten Betreuung. Entsprechende Abstände der Pferde z.B. beim Auf- und Absitzen sind einzuhalten. Die Anzahl von vier Pferden pro Bewegungsfläche (20mx40m Fläche) wird fachlich und hygienisch als vertretbar, aber als Obergrenze gesehen (immer ab-hängig von der Größe der Reitfläche, als Orientierung dienen pro Pferd ca. 200 Quadratmeter).
  • Unmittelbar nach dem Betreten der Anlage ist auf direktem Wege der Sanitärbereich aufzusuchen und sich entsprechend gründlich die Hände zu waschen und zu desinfizieren, bevor weitere Gegenstände wie z.B. Putzzeug etc. angefasst werden.
  • Nach der umfänglichen Versorgung der Pferde bitten wir darum, wiederum den Sanitärbereich aufzusuchen und sich wiederum gründlich die Hände zu waschen und zu desinfizieren bevor der Heimweg angetreten wird.

Pensionsställe:

Für die Pferdeversorgung von Einstaller-Pferden durch die Besitzer gilt:

  • Die Pferdebesitzer müssen – wie oben aufgeführt – beim Betreten und Verlassen der Anlage die identischen hygienischen Maßnahmen ergreifen.
  •  Bei der Versorgung und Bewegung der Pferde sind jedwede Kontakte zu anderen Einstallern zu vermeiden und ein Abstand von mehreren Metern einzuhalten.
  • Die Tierarzt- und dringende Schmiedeversorgung muss sichergestellt werden. Die Einbestellung dieser Fachkräfte erfolgt jedoch nur durch die verantwortliche Person des Betriebs/Vereins.
  •  Räumliche Abstände zu Stallpersonal sind in gleicher Weise sicherzustellen.

Generell gilt, dass die obigen tierschutzrechtliche Notwendigkeiten des Notbewegungs- und des Pferdeversorgungsplans mit dem zuständigen Amtsveterinär abgestimmt werden sollten.
Ansonsten ist um Verständnis zu bitten, dass kein weiteren Publikumsverkehr auf der Reitanlage zuglassen werden kann.

„Wir gemeinsam für Mensch und Tier.“
Warendorf, den 16. März 2020

Herausgeber: Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), Abteilung Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe

www.pferd-aktuell.de

 

Für alle Stallbetreiber gilt, dass sie Notfallpläne zur Versorgung der Pferde erstellen müssen: Wie kann Fütterung, Misten, Medikamentengabe und Bewegen sichergestellt werden, wenn der Betriebsleiter oder Mitarbeiter erkranken? Ist für diesen Fall zum Beispiel eine Informationskette vorhanden?

Video: Tipps von öbv. Sachverständigem Georg W. Fink  – das können Reitanlagen tun

Gefahr für Pferde

Laut WHO gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Pferde, Katzen oder Hunde infiziert wurden. Sie können deshalb das Virus auch nicht verbreiten. Laut Friedrich-Löffler-Institut fehlen hier derzeit noch tiefergehende wissenschaftliche Untersuchungen.

Mehr Informationen zum Hygienemanagement. 

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