Corona-Virus: Das können Reitanlagen tun

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Täglich, fast stündlich erreichen uns neue Meldungen zum Corona-Virus. Es breitet sich in Deutschland und Europa immer weiter aus und auch für Reitanlagen bedeutet das eine enorme Umstellung und Einschränkung des Alltags: Dürfen wegen des Corona-Virus keine Besucher mehr auf den Betrieb? Müssen Reitschulen schließen? Um Fragen wie diese zu beantworten, hat die deutsche Reiterliche Vereinigung Maßnahmen veröffentlicht, die Betreiber von Pensionsställen und Reitschulen befolgen sollten.

Video: Tipps von öbv. Sachverständigem Georg W. Fink  – das können Reitanlagen tun

Versorgung der Pferde sichern – diese Firmen liefern auch in der Corona-Krise.

Update 10.06.2020 16 Uhr: Gruppen bis zu 20 Personen dürfen reiten.

Bayern: Das Bayerische Staatsministerium hat seine Corona-Vorschriften für Pferdebetriebe am 10.06.2020 aktualisiert. Nun ist der Trainingsbetrieb (einschließlich Reitunterricht) an der frischen Luft oder in Reithallen erlaubt, wenn die Hygienevorschriften eingehalten werden. D.h. Abstandsregel von mindestens 1,5 m zwischen zwei Personen müssen beachtet werden. Reitsport darf allein aber auch in Gruppen von bis zu 20 Personen, inklusive Trainer/Reitlehrer, stattfinden. Umkleidekabinen in geschlossenen Räumlichkeiten sind tabu. Außerhalb des Trainings besteht in geschlossenen Räumlichkeiten weiterhin Maskenpflicht. Die Regelung soll laut Staatsministerium sicherstellen, „dass überall dort, wo Personen in Sporteinrichtungen in geschlossenen Räumen zusammentreffen (müssen) und wo typischerweise der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden kann, die Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird.“ Allerdings kann auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, „wenn das aufgrund der konkreten Umstände, z. B. in Reithallen und Stallungen, nicht zu befürchten sein sollte (Mindestabstände können problemlos eingehalten werden, stets ausreichende Durchlüftung, etc.)“.

Saarland: Ab dem 15. Juni 2020 wird beim Kurs-, Trainings- und Sportbetrieb die Gruppengröße von zehn auf maximal 20 Personen erhöht. Zuschauer sind in begrenzter Anzahl unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wieder zugelassen. Auch hier gilt, dass maximal 50 Personen in einem geschlossenem Raum und maximal 100 Personen unter freiem Himmel erlaubt sind.

Update 06.06.2020 16 Uhr: Maskenpflicht im Pensionspferdestall

In Bayern gilt ab dem 8. Juni 2020 Maskenpflicht in den geschlossenen Räumen eines Pferdebetriebs bzw. „in geschlossenen Räumen von Einrichtungen, die dem Trainingsbetrieb dienen“. Durch diese Maßnahme soll das Corona-Virus in seiner Verbreitung weiter aufgehalten werden. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung besteht laut Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten „außerhalb des eigentlichen Reittrainings in allen geschlossenen Räumlichkeiten, insbesondere in Reithallen, Stallungen, WC-Anlagen, Sattelkammern etc.“

Zudem teilt das Ministerium mit, welche Regeln ab dem 02. Juni 2020 für reittherapeutische Maßnahmen (Hippotherapie) gelten: Reittherapeuten müssen grundsätzlich einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Patienten gewährleisten. Außerdem gilt für Therapeuten, Patienten und Begleitpersonen zum Schutz vor dem Corona-Virus eine Maskenpflicht. Auf Letztere darf nur verzichtet werden, wenn die Art der Leistung sie nicht zulässt. „Der Mindestabstand von 1,5 m muss zwischen Therapeut und Patient nicht zwingend eingehalten werden, es wird jedoch dazu geraten, wo immer möglich auf den Mindestabstand zu achten“, erklärt das zuständige Ministerium in Bayern.

Update 13.05.2020 16 Uhr: Laut FN bundesweit Reitunterricht

Im Breiten- und Freizeitbereich sei Sport und Training an der frischen Luft unter Auflagen bundesweit seit 11. Mai wieder erlaubt. Mit dieser guten Nachricht riss die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) etliche Betriebe aus der Ohnmacht.  Und weiter: Reitunterricht sei aus Sicht der FN damit wieder unter gewissen Bedingungen erlaubt. Dazu gehören vor allem der Mindestabstand von 1,5 Meter sowie die Hygiene-Regeln.

Aber Achtung: Die jeweiligen Bedingungen können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. So gilt zum Beispiel für Nordrhein-Westfahlen, dass Kinder unter 12 Jahren die Reitanlage nur mit erwachsener Begleitung betreten dürfen. Außerdem legen die Bundesländer die Definition „an der frischen Luft“ unterschiedlich aus. Für den Reitunterricht konkret bedeutet das die Frage: Ist Reitunterricht in einer gut belüfteten Reithalle „an der frischen Luft“? Dazu gibt es keine Einigkeit.

Zudem gilt noch immer, dass sich alle Personen auf dem Reitanlage aus dem Weg gehen können müssen. Für Betriebe mit Einstellern und Reitunterricht, kann das zu Schwierigkeiten führen. Helfen kann eine Liste oder eine digitale Anwendung, um die Anwesenheit zu beschränken bzw. zu kontrollieren.

Update 07.05.2020 17 Uhr: Reitunterricht

Die Corona-Krise hält Reitschulen in Deutschland größtenteils geschlossen. Nun haben einige Länder Lockerungen bestimmt, die den Reitunterricht teilweise wieder ermöglichen. In anderen Teilen Deutschlands herrscht noch immer Unklarheit oder die Bundesländer haben sich klar gegen eine Wiederöffnung der Reitschulen entschieden. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte sich für die Wiederöffnung stark gemacht. Hier bieten wir euch nun eine Übersicht der Länder:

Bayern

In Bayern ist ab 11. Mai Reitunterricht in der Halle wieder erlaubt. Dementsprechend können Reitschulen im Freistaat ihren Betrieb wieder aufnehmen – allerdings noch nicht uneingeschränkt.

Bremen

Einzelne Reitstunden dürfen in Bremen stattfinden, wenn ein entsprechender Hygieneplan vorliegt und die Corona-Verordnung eingehalten werden. Allerdings müssen Training und Reitunterricht unter freiem Himmel stattfinden. Reitunterricht in der Reithalle ist verboten.

Niedersachsen

In Niedersachsen sind seit dem 6. Mai Sportanlagen im Freien wieder fürs Training offen, falls ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Mecklenburg-Vorpommern

Grünes Licht für Reiter in Mecklenburg-Vorpommern seit 20. April: Sportplätze und Sportaußenanlagen dürfen wieder für Individualsport öffnen, wenn die Auflagen eingehalten werden. Dazu gehört die Abstandspflicht und Zugangsbeschränkungen.

Rheinland-Pfalz

Bereits seit 20. April hat die Landesregierung von Rheinland-Pfalz das Reiten auf Sportanlagen im Freien, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands sowie unter Einhaltung der Abstandsregeln erlaubt.

Saarland

Seit dem 4. Mai erlaubt sind im Saarland wieder kontaktarme Sportarten wieder erlaubt. Darunter fällt auch der Pferdesport. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Reiter den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen.

Sachsen

Auch in Sachsen ist seit dem 4. Mai wieder Sport unter gewissen Voraussetzungen erlaubt. So ist der Sport im Freien erlaubt, wenn die Auflagen zum Infektionsschutz eingehalten werden. Eine weitere Bedingung ist der Mindestabstand von 1,5 Metern. Die Regel schließt keine Sportart aus, sieht aber lediglich Training in Kleingruppen unter Einhalten von Hygienevorschriften vor. Innensportstätten bleiben geschlossen.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind ebenfalls seit 4. Mai öffentliche und private Sportanlagen wieder eröffnet, wenn dort Sport kontaktfrei ausgeübt werden kann. Selbstverständlich gelten die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Sportlern. Unter Auflage darf auch Reitunterricht wieder stattfinden.

Thüringen

Ab dem 4. Mai gilt in Thüringen, dass Individualsport wie Rudern, Segeln, Tennis, Luftsport, Leichtathletik und Reiten erlaubt ist. Bedingung ist, dass der Mindestabstand eingehalten wird.

Update 25. April 09:00 Uhr

Bayern korrigiert Vorgaben für Reitunterricht

Laut Bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird die Möglichkeit Reitunterricht zu geben, wie folgt eingeschränkt: „[…] Einzelunterricht beim Ausritt in der Natur ist erlaubt. Die Abstands- und Infektionsschutzregeln sind einzuhalten. Der Betrieb von Sportanlagen (Reitplätze im Freien, Sprungplätze etc.) für Freizeitsportler ist weiterhin untersagt.“ Das ist aktuell auf der Website des Ministeriums zu lesen.

Update 24. April 10:00 Uhr

Reitunterricht darf in Bayern wieder stattfinden

Seit 20. April hat Bayern die Ausgangsbeschränkungen bezüglich Covid-19 gelockert: Nun ist Sport unter freiem Himmel mit einer anderen Person erlaubt, die nicht im selben Hausstand lebt. Somit steht auch dem Einzel-Reitunterricht nichts mehr im Wege. Solange Reitschüler und Lehrer die Hygiene-Standards auf den Anlagen einhalten können. Außerdem muss der Unterricht im Freien, beispielsweise auf dem Reitplatz, oder Gelände, stattfinden. Gruppenunterricht ist im Freistaat noch immer untersagt. In ganz Bayern haben viele Reitschulen den Unterricht in dieser Woche deshalb wieder aufgenommen.

Die Ausgangsbeschränkungen sind in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich definiert. Dementsprechend sind auch die Regeln zum Reitunterricht nicht einheitlich. In Rheinland-Pfalz ist Reiten beispielsweise ebenfalls zulässig. In anderen Bundesländern, wie Sachsen-Anhalt, bleiben Reitschulen noch größtenteils geschlossen.

Auflagen für Pensionsstallbetriebe bleiben

In Pensionsställen dürfen weiterhin nur Personen den Stall betreten, die für die Versorgung und Bewegung der Pferde notwendig sind. Damit sich nicht zu viele Personen gleichzeitig auf der Anlage befinden und die Abstandsregeln eingehalten werden können, greifen viele Pensionsbetriebe auf digitale Zeitpläne und Anwesenheitslisten zurück. Für den Fall, dass sich Einsteller nicht an die Regeln halten, kann sowohl für der Pferdebesitzer selbst als auch der Stallbetreiber ein Bußgeld fällig sein.

Was tun wenn ein Mitarbeiter ausfällt? Erkrankt Personal oder fällt es aus, weil die Reibestimmungen eine Anreise verhindern, muss der Betrieb andere Wege finden, um die Pferde weiter zu versorgen. Allerdings müssen Betriebsleiter beachten, dass Einsteller bei ihren Aushilfstätigkeiten in der Regel nicht unfallversichert sind, wenn sie keinen Arbeitsvertrag abgeschlossen haben. Dies gilt es im Einzelfall mit der Versicherung vorab zu klären.

Wichtige Hilfsmittel zur Stallorganisation in Corona-Zeiten 

Pferdezucht: Decksaison darf stattfinden

In Bayern sind alle Tätigkeiten im Bereich der Pferdezucht weiterhin möglich. Das Belegen der Stute durch Natursprung oder künstlicher Besamung sowie der Transport sind noch immer erlaubt. Dabei müssen alle beteiligten Personen jedoch auf den notwendigen Abstand und auf den Infektionsschutz achten. Um Corona-Infektionen zu vermeiden rät das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, einen Maßnahmenplan zu erstellen.

Update 16. April 15:30 Uhr:

Die Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 3. Mai bundesweit erhalten. Auch für Reitanlagen bleibt die bestehende Regel. Auf den Tag X, an dem wieder der normale Betrieb aufgenommen werden kann, muss man sich vorbereiten. Deshalb entwirft die FN ein Positionspapier. Außerdem rief eine Privatperson eine Petition für die Öffnung der Reitschulen ins Leben.

Update 17. März 10 Uhr:

Die Bundesregierung hat mit den Bundesländer Leitlinien gegen die Ausbreitung des Coronavirus vereinbart. „Wir brauchen einschneidende Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Demnach müssen alle Sporteinrichtungten vorerst geschlossen bleiben, auch Zusammenkünfte in Vereinen, Sport- und Freizeiteinrichtungen sind untersagt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat mit einem entsprechenden Maßnahmenkatalog für Vereine und Betriebe darauf reagiert.

Bei der Pferdehaltung sollen demnach folgende Punkte jederzeit sichergestellt sein:

• Pferdegerechte Fütterung
• Pflege der Boxen (Ausmisten und Einstreuen, Kontrolle der Tröge und Tränken)
• Tägliche Tierkontrolle (Ist das Pferd gesund? Liegen Verletzungen vor?)
• Täglich mehrstündige Bewegung zusammengesetzt aus kontrollierter (z. B. Training) und freier Bewegung (Auslauf auf dem Paddock/der Weide) sind essentiell für physisches und psychisches Wohlbefinden sowie die Gesunderhaltung
• Notwendige tierärztliche Versorgung
• Ggf. notwendige Versorgung durch den Schmied

In den meisten Bundesländern gibt es seit dem Wochenende eine Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus, in der es u.a. heißt: „Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen ist untersagt. Dies gilt sowohl für Sportanlagen im Freien als auch in geschlossenen Räumen (z. B. Fußball- und Tennishallen, Schießstände usw.) sowie für so genannte Indoorspielplätze.“ Reitbetriebe werden darin nicht explizit genannt. Sie sind auch in den meisten Fällen landwirtschaftliche Betriebe.

Folgende Informationen konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt zusammenstellen:

– Landwirtschaftliche Betriebe fallen nicht unter diese Regelung.
– Es gilt nach wie vor das Tierschutzgesetz §2:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

 

Der Notfallplan

Für Pferdebesitzer, Reiter und Betriebsleiter gibt es verschiedene Sofortmaßnahmen, um das Risiko zu minimieren und um dem „eingeschränkten Aufenthaltsverbot“ nachzukommen:

  • Der Aufenthalt im Stall sollte sich auf das Minimum (Versorgen und Bewegen des Pferdes) beschränken.
  • Grundsätzliche Hygienemaßnahmen (Abstand zu anderen Personen – mindestens 2,5 Meter, Husten- und Niesetikette einhalten, regelmäßiges Händewaschen, usw.) einhalten. Kein Händeschütteln, keine Unterhaltungen u. ä.
    Tipp: Ein eigenes Handtuch erhöht die Hygiene!
  • durchgängig Handschuhe tragen
  • Urlaubsrückkehrer sollten für 14 Tage in Quarantäne bleiben, vor allem wenn sie die Ferien in Risikogebieten verbracht haben.
  • Pro Tag sollte nur eine Person pro Pferd auf die Anlage.
  • In einer 20×40 Meter Reithalle sollten sich maximal vier Personen gleichzeitig aufhalten, in einer 20×60 Meter Reithalle maximal sechs Personen
  • Keine Zuschauer in der Reithalle, Casino oder Reiterstübchen mit engerem Personenkontakt meiden.
  • Während Futter- und Mistzeiten sollten sich nur Betriebsmitarbeiter im Stall aufhalten.
  • Es sollte immer nur eine Person in der Sattelkammer sein.
  • Bei jeglichen Krankheitssymptomen darf der Betrieb nicht mehr betreten werden.

Auf den Notfall vorbereiten: die Quarantäne

Die häusliche Quarantäne macht besonders Tierbesitzern zu schaffen. Während immerhin der Garten oder Balkon zur Freude von beispielsweise Hunden noch betreten werden darf, ist ein Stallbesuch nicht möglich. Der einstündige Spaziergang im Park mit dem Hund eines Nachbarn, der sich in Quarantäne befindet, ist kein Problem. Schließlich geht der Hund ja auch die letzten Meter zu Herrchen oder Frauchen alleine.
Bei der Hilfe für das Pferd sieht das aber schon anders aus. Nicht jeder kann mit den Tieren umgehen, nicht jeder überlässt jedem sein Pferd. Das größte Problem aber: Stallbesuch ist nicht mit einem Spaziergang im Garten gleichzusetzen! Und das Argument, „aber ich musste doch in den Stall, wer soll sich denn sonst um mein Pferd kümmern?“, zählt nicht.

Tipps für den Notfallplan:

• Pferdebesitzer sollten verschiedene Situationen durchspielen, die eintreten können: Wer kümmert sich um mein Pferd, wenn ich erkranke bzw. in Quarantäne muss? Welchen Tierarzt, Hufschmied, Futterlieferanten habe ich als Alternative im Falle eines Ausfalls?
• Gründen Sie WhatsApp-Gruppen, in denen Sie sich mit den anderen Pferdebesitzern austauschen können. Helfen Sie sich gegenseitig! Wer hat den Schlüssel für den Schrank? Wessen Pferd kenne ich und kann es gegebenenfalls mitversorgen?
• Überlegen Sie einen Notfallplan, falls der Betrieb zur Quarantäne erklärt wird. Wer kann sich um die Versorgung kümmern? Wer kann Pferde bewegen und wie?
• Reduzieren Sie Ihren Aufenthalt im Stall auf das Minimum.
• Wenn eine Ausgangssperre verhängt wird, sollte man sich an das zuständige Gesundheitsamt, an den Sportbund oder den Landesverband wenden, um eine Regelung zu finden, damit die Versorgung des Pferdes sichergestellt werden kann. Die rechtlich relevante Instanz ist das zuständige Gesundheitsamt. Unter diesem Link kann man seine Postleitzahl eingeben und erfährt, wo die zuständige Stelle ist und wie sie zu erreichen ist.

Hier gibt es das Handbuch für Betriebliche Pandemieplanung zum kostenfreien Download. 

Vorgelegt durch: Thomas Doeser / pferderechtsanwaelte.de 

Finanzielle Hilfen

Durch die verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben Vereine, Betriebe und Reitschulen mit Verdienstausfällen zu rechnen. Die Bürgschaftsbanken der Länder bieten besondere Kreditangebote, um diese Engpässe zu überbrücken. Unter diesem Link, Frage: „An wen kann ich mich in finanzieller Notlage wenden?“ hat die FN eine Übersicht der Banken und Antragsformulare zusammengestellt. Schnelle Hilfe verspricht auch die Landwirtschaftliche Rentenbank. 

Informationen zum Umgang mit der Ausbreitung des Corona-Virus für Reitschulen und Pensionsställe

Liebe Reitschüler, liebe Einsteller,

die Eindämmung des Corona-Virus ist für uns alle eine noch nie dagewesene Herausforderung. Vereine und Betriebe müssen dabei Maßnahmen treffen, die gleichzeitig die Gesundheit der Menschen und der Tiere mit den Tierschutzvorgaben sicherstellen. Dazu gehören die Pferdeversorgung sowie Fütterung und Unterbringung genauso wie die Pferdebewegung und Tiergesundheit (z.B. Kolikprophylaxe).

Reitschulen:

Vorbehaltlich regionaler behördlicher Vorgaben gilt für Reitschulen, dass unter strikter Einhaltung der hygienischen Vorgaben ein Notbewegungsplan sichergestellt werden muss:

  •  Nur Reitschüler, die eigenständig ein Pferd vorbereiten, reiten und nachher versor-gen, sollen von der verantwortlichen Person des Vereins/Betriebs auf freiwilliger Basis dafür vorgesehen werden.
  • Die fachkompetente Koordination dieser „Notbewegungshelfer“ übernimmt entweder der Betriebsleiter, ein Vorstandsmitglied oder der leitende Reitlehrer.
  • Die Pferdevor- und -nachbereitung muss mit entsprechenden räumlichen Abständen der Menschen/Pferde voneinander erfolgen.
  •  Die Pferdebewegung auf dem Reitplatz/in der Reitbahn bedarf einer zielgerichteten Betreuung. Entsprechende Abstände der Pferde z.B. beim Auf- und Absitzen sind einzuhalten. Die Anzahl von vier Pferden pro Bewegungsfläche (20mx40m Fläche) wird fachlich und hygienisch als vertretbar, aber als Obergrenze gesehen (immer ab-hängig von der Größe der Reitfläche, als Orientierung dienen pro Pferd ca. 200 Quadratmeter).
  • Unmittelbar nach dem Betreten der Anlage ist auf direktem Wege der Sanitärbereich aufzusuchen und sich entsprechend gründlich die Hände zu waschen und zu desinfizieren, bevor weitere Gegenstände wie z.B. Putzzeug etc. angefasst werden.
  • Nach der umfänglichen Versorgung der Pferde bitten wir darum, wiederum den Sanitärbereich aufzusuchen und sich wiederum gründlich die Hände zu waschen und zu desinfizieren bevor der Heimweg angetreten wird.

Pensionsställe:

Für die Pferdeversorgung von Einstaller-Pferden durch die Besitzer gilt:

  • Die Pferdebesitzer müssen – wie oben aufgeführt – beim Betreten und Verlassen der Anlage die identischen hygienischen Maßnahmen ergreifen.
  •  Bei der Versorgung und Bewegung der Pferde sind jedwede Kontakte zu anderen Einstallern zu vermeiden und ein Abstand von mehreren Metern einzuhalten.
  • Die Tierarzt- und dringende Schmiedeversorgung muss sichergestellt werden. Die Einbestellung dieser Fachkräfte erfolgt jedoch nur durch die verantwortliche Person des Betriebs/Vereins.
  •  Räumliche Abstände zu Stallpersonal sind in gleicher Weise sicherzustellen.

Generell gilt, dass die obigen tierschutzrechtliche Notwendigkeiten des Notbewegungs- und des Pferdeversorgungsplans mit dem zuständigen Amtsveterinär abgestimmt werden sollten.
Ansonsten ist um Verständnis zu bitten, dass kein weiteren Publikumsverkehr auf der Reitanlage zuglassen werden kann.

„Wir gemeinsam für Mensch und Tier.“
Warendorf, den 16. März 2020

Herausgeber: Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), Abteilung Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe

www.pferd-aktuell.de

 

Für alle Stallbetreiber gilt, dass sie Notfallpläne zur Versorgung der Pferde erstellen müssen: Wie kann Fütterung, Misten, Medikamentengabe und Bewegen sichergestellt werden, wenn der Betriebsleiter oder Mitarbeiter erkranken? Ist für diesen Fall zum Beispiel eine Informationskette vorhanden?

Gefahr für Pferde

Laut WHO gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Pferde, Katzen oder Hunde infiziert wurden. Sie können deshalb das Virus auch nicht verbreiten. Laut Friedrich-Löffler-Institut fehlen hier derzeit noch tiefergehende wissenschaftliche Untersuchungen.

Mehr Informationen zum Hygienemanagement. 

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