9 Punkte für ein optimales Stallklima im Pferdestall

0

Damit das Steppentier Pferd sich in einem Stall wohlfühlen kann, braucht esviel frische Luft. Bekommt es diese nicht, können durch luftgetragene Teilchen Atemwegserkrankungen, Bronchitis und andere Beschwerden auftreten. Wovon hängt ein gutes Stallklima ab, und wie können Pferdebetriebe es erreichen? Diese Tipps können helfen, ein für Pferde angemessenes Klima zu schaffen.

1. Lufttemperatur wie Außentemperatur:

Eine optimale Stalltemperatur orientiert sich am Außenklima. Allerdings sollte man Extremwerte vermeiden. Wenn im Stall immer die gleiche Temperatur herrscht, können die Pferde ihre Thermoregulation verlernen.

2. Luftfeuchtigkeit zwischen 60 und 80 %:

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit führt dazu, dass Pilze und Bakterien sich schneller vermehren können. Außerdem können die Pferde dann ihre Körpertemperatur nicht mehr so gut regulieren.

3. Luftbewegung:

Ein Wert von 0,2m oder mehr ist erstrebenswert. So können unerwünschte Gase wie Kohlenstoffdioxid, Ammoniak und Schwefelwasserstoff abtransportiert werden. Diese Werte sollte man kontrollieren, z.B. sollte die Konzentration von Kohlenstoffidoxid unter 1.000 ppm (0,10 Vol.-%) liegen.

 4. Lüften: Tägliches Lüften ist absolutes Muss:

Am besten hält man Fenster und Türen soweit möglich immer offen, denn Pferde verfügen über eine ausgezeichnete Thermoregulierung. Niedrige Temperaturen stören die Pferde also nicht. Wenn der Temperaturunterschied zwischen Stall und Außenbereich allerdings zu groß wird kann Zugluft entstehen.

5. Luft-Lichtfirste fürs Stallklima:

Sie sind eine praktikable Lösung in vielen Ställen. Verstellbare Öffnungsbreiten helfen, bei jeder Wind- und Wetterlage einen optimalen Luftaustausch herzustellen. Dabei steigt die warme Luft aus dem Boxenbereich nach oben und entweicht durch den First. Dabei gibt es elektrische und mechanische Systeme.

6. Moderne Lüftungssysteme:

Frische Luft in den Stall, verbrauchte Luft raus – das ist ein Aspekt, den das Fresh-Air-System von Viebrockreithallen verfolgt. Der zweite: feiner Wassernebel soll den Feinstaub im Stall binden und dafür sorgen, dass weniger Fliegen kommen. Die relative Luftfeuchtigkeit misst das System über Sensoren und passt die Sprühstöße entsprechend an.

7. Futter-Qualität muss stimmen:

Stroh und Heu, das bei den Pferden gelagert wird – zum Beispiel im klassischen Heuboden über den Boxen – kann Schimmeln. Denn die Tiere geben durch das Atmen viel Feuchtigkeit ab – bis zu 0,3 l sind es pro Pferd und Stunde. Die Schimmelbildung wirkt sich ebenfalls negativ auf das Stallklima und auf die Futterqualität aus.

8. Gute Einstreu:

Eine Studie der Universität Göttingen zeigt, dass Strohpellets und Holzspäne im Gegensatz zu anderen Einstreumöglichkeiten zu weniger Schwebestaub im Stall führen.

9. Tägliches Misten:

Damit die Ammoniakbelastung nicht zu hoch wird, müssen die Stallbetreiber auf tägliches Misten achten.

 

Unser Experte: Prof. Dr. Dirk Winter lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen an der Fakultät für Agrarwissenschaft, Volkswirtschaft und Management.

www.hfwu.de

Comments are closed.

Scroll Up