Ertragsausfall durch Druse und Herpes

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Advertorial: Die Freude bei neuen Einstellern am Gehöft ist groß. Doch mit neuen Pferden können auch Krankheiten eingebracht werden. Halter und Stallbetreiber sollten die Quarantänezeit penibel beachten. Alles rund um Druse und Herpes beim Pferd.

Neue Pferde kommen in den Stall. Die Freude aller Beteiligten ist groß. Besonders zu Beginn sollte jedoch genau auf das neue Pferd und die Quarantänevorkehrungen geachtet werden.

Wird es plötzlich schlapp, bekommt Nasenausfluss und Fieber? Nun sollte genau hingeschaut werden. Hinter harmlosen Erkältungssymptomen könnte auch eine andere Krankheit stecken: Die Druse. Die bakterielle Erkrankung wird durch infizierte Pferde, aber auch durch Pflegepersonal, Stallwände oder Futtertröge übertragen. Das Tier steckt sich dabei durch die Atemwege an.

Die Erkrankung äußert sich nach einer Inkubationszeit von 3 bis 8 Tagen. Neben den Erkältungssymptomen können beim Pferd auch Entzündungen im Rachenbereich sowie Schwellungen der Lymphknoten auftreten. Charakteristisch ist die Bildung von Lymphknotenabszessen. Dabei können alle Lymphknoten des Körpers befallen sein.

Bei rechtzeitiger Behandlung können Pferdehalter und Stallbetreiber jedoch aufatmen. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, können Antibiotika verabreicht werden. Bei weniger schweren Fällen behandelt der Tierarzt symptomatisch mit der Gabe von fiebersenkenden, schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Eine Quarantänezeit für neue Pferde – von mindestens 14 Tagen – ist auch bei anderen Pferdekrankheiten sehr wichtig.

Die Viruserkrankung Herpes überträgt sich durch direkten Kontakt der Tiere und, wie bei der Druse auch, durch kontaminierte Stallwände und Pflegegeräte.

Equines Herpes Virus (EHV) Typ 1 ist vor allem verantwortlich für Fehl- und Totgeburten. Der Virus befällt die Blutgefäße der Gebärmutter der Stute. Durch eine Infektion löst sich die Plazenta ab und das Fohlen steckt sich durch das Fruchtwasser an.

Neurologische Ausfallerscheinungen des Pferdes sind Anzeichen für Herpes Typ 4. Das Virus verhindert die richtige Durchblutung des Nervensystems. In der Regel sind die Hintergliedmaßen am häufigsten betroffen. Sind die Lähmungserscheinungen sehr stark kann die Krankheit auch zum Tod des Pferdes führen.

Eine Impfung ist möglich, bietet allerdings keinen hundertprozentigen Schutz, kann aber die Menge an zirkulierendem Virus im Bestand reduzieren und somit auch den Infektionsdruck senken. Besteht eine Krankenvollversicherung werden entstehende Tierarztkosten für Behandlung der betroffenen Pferde übernommen.

Ist Druse oder Herpes im Stall ausgebrochen, muss für erkrankte Pferde eine Quarantänezone geschaffen werden. Menschen, die die Box des Pferdes betreten, sollten sich danach gründlich desinfizieren und einen Kleidungswechsel vornehmen. Gegenstände, die kontaminiert sein könnten, sind ebenfalls zu desinfizieren. Zusätzlich sollte bei allen anderen Pferden täglich Fieber gemessen werden, um rechtzeitig weitere Erkrankungen zu erkennen.


Haftungsfragen

Können betroffene Pferdehalter den Eigentümer des verursachenden Pferdes oder den Reitstallbetreiber schadenersatzrechtlich in Anspruch nehmen?

Expertentipp: Grundsätzlich sollten Betriebsleiter sich bei Einzug neuer Pensionspferde eine Tierhalterhaftpflichtversicherung vorlegen lassen. Grundsätzlich haftet der Pferdehalter für einen Schaden, der durch sein Pferd verursacht wurde, auch ohne fahrlässiges Verhalten – man spricht in dem Fall von der sogenannten Gefährdungshaftung.

Voraussetzung für die strenge Tierhalterhaftung ist jedoch ein tiertypisches selbstständiges Verhalten des Tieres und der dadurch hervorgerufenen Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum Dritter. Eine spezifische Tiergefahr scheidet aus, wenn ein Tier nicht selbstgesteuert handelt. Dies ist bei der Übertragung einer Krankheit von Pferd zu Pferd der Fall. Es fehlt an einem tiertypischen Verhalten. Folglich ist eine Haftungsgrundlage nur gegeben, wenn Tierbesitzer oder auch der Reitstallbetreiber fahrlässig gehandelt haben.

Finanzielle Sicherheit

Pferdebetriebe können sich nun auch gegen Ertragsausfall absichern, wenn der Umsatzeinbruch in Folge einer Pferdeseuche, Druse oder Herpes erfolgte. Seit August bietet die Uelzener erstmalig eine Versicherungslösung, welche einen solchen Ertragsausfall infolge von Herpes oder Druse erstattet. Wer eine Betriebshaftpflicht inkl. dem Baustein BHV Q+ abgeschlossen hat, ist zukünftig für derartige Umsatzausfälle abgesichert. Bei gänzlicher oder teilweiser Unterbrechung des versicherten Betriebes wird der dadurch entstandene Ertragsschaden ersetzt. Die Erstattung erfolgt bis zur tariflich vereinbarten Maximalentschädigung pro Versicherungsjahr von 3.000 €, 6.000 € oder 9.000 €. Es gilt eine Wartezeit von einem Monat nach Antragsannahme.

Achtung: Selbst wenn der neue Stallkollege gesund aussieht. Herpes und Druse können auch durch Tiere weitergegeben werden, die unentdeckt erkrankt sind, also stille Träger des Bakteriums.

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