Betriebsreportage Snorrewind – Service im Fokus

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Pferdeversorgung

Wer 80 Pferde am Tag versorgen muss, der sollte sich gut organisieren, um nicht zu viel Zeit mit dieser Aufgabe zu verschwenden und die Personalkosten unnötig in die Höhe zu treiben. Diesen Gedanken haben Erna und Rikus beherzigt und erledigen das Misten zum Großteil mit dem Hoflader. Maschine statt Mensch, das spart unterm Strich Geld. Diese Aufgabe wird mit einem alten, aber noch sehr soliden Kubota RT100 mit Krokodilmaul bewältigt. Mit dem schmalen, wendigen Lader kann das Team bequem in die Boxen fahren und diese relativ schnell ausmisten. Rikus erklärt im Gespräch mit Pferdebetrieb, dass die Hofarbeit zu etwa 50 Prozent durch Maschineneinsatz erledigt wird. Der Betriebsleiter hat die Arbeitszeiten für die verschiedenen Tätigkeiten rund um die Pferde einmal mit der Stoppuhr gemessen und geht davon aus, dass auf seinem Hof im Schnitt pro Pferd jeden Tag 8 Minuten benötigt werden. Eine wichtige Information, um Arbeitszeiten und Kosten zu kalkulieren.

Sind die Boxen ausgemistet, werden sie wieder mit Stroh eingestreut. Das Einstreumaterial wird zugekauft – allerdings nicht aus der direkten Nachbarschaft, sondern aus Großbritannien, da dies trotz des Transports ein wenig preiswerter ist. Rikus erklärt diesen Sachverhalt folgendermaßen: „Die LKWs, die voll nach England fahren, sind auf der Rückreise häufig leer, sodass man den Transport nach Markelo relativ günstig bekommt.“ Der Mist wird von einem Spediteur für wenig Geld abgeholt und für die Champignon-Zucht genutzt. Heu und Heulage macht das Team von Snorrewind selbst und presst es in große Quaderballen. Das Kraftfutter wird zugekauft und in einem Silo gelagert. Auf Snorrewind gibt es kein Kraftfutter von der Stange, sondern eine speziell erstellte Mischung, die auf die Analyse des Raufutters abgestimmt ist und dieses perfekt ergänzt.

Reitunterricht

Für junge Reitsportanfänger gibt es ein Einsteigerangebot, das drei Reitstunden und einen Rucksack mit Putzzeug umfasst.
Foto: Pferdebetrieb

Snorrewind begrüßt jede Woche 400 aktive Kunden zum Reitunterricht – von Kindern ab fünf Jahren bis zu Erwachsenen, vom fitten sportlichen Typ über gemütliche Hobbyreiter bis hin zu behinderten Menschen, die sowohl das Angebot des therapeutischen Reitens nutzen als auch an den regulären Reitstunden teilnehmen können. Um dieser großen Bandbreite an Kunden mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen gerecht zu werden, haben Erna und Rikus ein Reitschulkonzept entwickelt, das für alle etwas bietet – und nicht nur für die Reiter, sondern auch für deren Begleitpersonen, die nicht aufs Pferd möchten, ist gesorgt. Dieser Punkt ist wichtig, da Kinder und Jugendliche nur mit einem Fahrer zur Anlage gelangen und das Einzugsgebiet der Reitschule dank der günstigen Lage an der Autobahn groß ist. Um den Wartenden die Zeit zu vertreiben – schließlich haben nicht alle Lust, den Reitern zuzusehen –, werden in dem gemütlichen Gastro-Bereich Getränke und Imbisse serviert. Zudem ist WLAN-Zugang vorhanden und es werden weitere Möglichkeiten zur Beschäftigung angeboten (siehe Fit aufs Pferd, rechts).

Reitstunden im Abo

Auf Snorrewind kann man selbstverständlich einzelne Stunden buchen, doch das ist deutlich teurer, als eines der Abo-Modelle zu wählen. Es gibt zum Beispiel eine Karte für 13 oder 26 Reitstunden, die innerhalb von drei Monaten genommen werden müssen, ansonsten verfällt das Guthaben. Da auf dem Hof auch viele Erwachsene Reitstunden nehmen, sind vor allem die Abendstunden stark frequentiert. Um die Kapazitäten besser auszulasten, sind die Abendreitstunden, die bis 22 Uhr angeboten werden, teurer als der Unterricht am Vor- oder Nachmittag. Durch diese Preisstruktur lässt sich die Verteilung der Reitschüler ein wenig steuern und die Spitzen werden entlastet.

Kinder werden ab fünf Jahren ans Pferd herangeführt. In dieser Altersgruppe stehen zunächst das Putzen und der Umgang mit dem Pferd auf dem Programm, danach dürfen sich die Kleinen in den Sattel schwingen. Ältere Kinder können den Reitunterricht in Gruppen von bis zu zehn Personen genießen. Außerdem gibt es Erwachsenenunterricht – hier sind für den Betrieb vor allem die Kunden ab 40 Jahren wichtig. Dreimal pro Woche wird in Kooperation mit einem Zentrum therapeutisches Reiten angeboten. Wer wann welches Pferd reitet, wird auf Snorrewind digital festgehalten und kann von jedem Reitschüler auf einem Computer im Gastro-Bereich eingesehen werden. Hier sieht man auch, ob der Schüler die Reitstunde bereits bezahlt hat. Da diese Information öffentlich gemacht wird, gibt es auf Snorrewind nur wenige Reitschüler, die zu spät oder gar nicht zahlen.

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