VW Tuaregs Trailer Assist: Hängerfahren leicht gemacht

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Volkswagen brachte 2002 die erste Generation des Touareg auf den Markt, nun ist die dritte Generation des VW Tuareg da. Als solider Offroad-Bolide hat der inzwischen den Weg in viele Pferdebetriebe gefunden. Überzeugen kann der Touareg vor allem dadurch, dass er die guten Eigenschaften eines Geländewagens mit dem Komfort einer Oberklassen- Limousine vereint. Für Pferdebetriebe ist die erleichterte Hänger-Händelbarkeit des Trailer Assist verlockend. Wir hatten die Möglichkeit, das neue Flaggschiff mit seinem Trailer Assist einmal näher zu betrachten und dem Pferdebetrieb Praxistest zu unterziehen.

Erster Eindruck

Elegantes Design gepaart mit muskulöser Optik und High-End-Komfort – das ist der erste Eindruck, den der neue Touareg auf uns macht. Die Testversion war ja auch mit sehr vielen Extras ausgestattet, die sich im Preis entsprechend niederschlagen. Während die Basisversion des Touareg rund 60.000 Euro kostet, schlägt unser Testfahrzeug gleich mit gut 100.000 Euro zu Buche. Ob wirklich alle Extras für Pferdebetriebsleiter sinnvoll sind, sei dahingestellt, doch einige Features aus der Sonderausstattung sind durchaus nützliche Helfer, die die Arbeit erleichtern können – beispielsweise die elektrische Anhängerkupplung inklusive praktischem Trailer Assist, das Offroad-Paket, aber auch das Adaptivfahrwerk mit aktiver Wankstabilisierung. Ob man nun die rund 1.600 Euro teuren Vordersitze mit Massageprogramm oder das hochwertige Soundsystem Dynaudio Consequence für denselben Preis braucht, muss jeder für sich entscheiden. Angenehm ist beides, zwingend notwendig vermutlich nicht.

Fahren

Angetrieben wird der Testwagen von einem V6-TDI-Dieselmotor mit 3-l-Hubraum und 286 PS, die das 2-t-Premium-Modell laut VW in sechs Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Der drehmomentstarke V6 und das Achtgang-Automatikgetriebe zeigten im Praxistest beim Anfahren eine leichte Verzögerung, bis die Kraft auf die Straße kam. Erst bei höherer Drehzahl startet der Touareg kraftvoll und satt durch, sodass zum Beispiel Überholmanöver leicht von der Hand gehen, der Sprint aus dem Stand in den rollenden Verkehr aber besser vorsichtig angegangen werden sollte.

Der Motor arbeitet ruhig und sorgt im Innenraum kaum für Vibrationen. Auch die Fahrgeräusche im Innern halten sich  in angenehmen Grenzen. Der Testwagen verfügte über ein Adaptivfahrwerk mit aktiver Wankstabilisierung  (Aufpreis 5.900 Euro), das dem Fahrzeug neben der Luftfederung und dem Wankausgleich auch eine Allradlenkung spendiert. Kein Wunder, dass der Touareg mit dieser Ausstattung bei unseren Testfahrten stabil und ruhig auf der Straße lag und Lenkbewegungen präzise umsetzte. Bei Kurvenfahrten war das SUV immer gut beherrschbar, während der Wankausgleich die Seitenneigung des Fahrzeugs reduzierte – eine sehr angenehme Erfahrung.

Assistenten

Der Touareg der dritten Generation kann mit diversen Assistent-Systemen ausgestattet werden und so für noch mehr Sicherheit und Fahrkomfort sorgen. Serienmäßig mit an Bord sind beispielsweise Front und Lane Assist. Der Front Assist kann dank Radarsensoren Abstände ermitteln und im Notfall Bremsaktionen einleiten. Der Lane Assist erfüllt den Anspruch, den sein Name weckt, und sorgt dafür, dass das Fahrzeug in der Spur bleibt. Das klappt sehr gut – allerdings sollte man sich dadurch nicht dazu verführen lassen, das Lenkrad einfach loszulassen. Dann schlägt der Touareg nämlich Alarm und zupft nach kurzer Zeit zudem recht ungeduldig am Sicherheitsgurt.

Versteckte Anhängerkupplung

Besonders interessant war für uns der Trailer Assist, der den Umgang mit dem Pferdeanhänger zum Kinderspiel machen soll. Also fuhren wir schnell zu Humbaur nach Gersthofen bei Augsburg, um uns einen Xanthos Aero auszuleihen und diese Funktion ausgiebig zu testen. Zunächst mussten wir die gut versteckte Anhängerkupplung aktivieren: Dafür gibt es im Kofferraum einen Knopf. Drückt man diesen, fährt die Kupplung sanft heraus und rastet automatisch ein. Das gestaltet sich deutlich bequemer als bei einer abnehmbaren Kupplung und ist sehr viel schicker als ein festes Modell. Dank integrierter Rückfahrkamera findet der Fahrer schnell die Deichsel des Hängers und kann das Fahrzeug auch ohne abgestellten Helfer ideal zum Anhängen positionieren, ohne die Stoßstange zu verkratzen. Das geht so einfach, weil die Kamera nicht nur den Hänger auf dem großen Display zeigt, sondern auch den Kugelkopf der Anhängerkupplung.

Trailer Assist

Und was bringt nun der Trailer Assist? Das ist so einiges – besonders, wenn die Fahrt zurück gerade verlaufen soll. Hier passiert es bekanntlich schnell, dass der Hänger in die eine oder andere Richtung ausbricht und der Fahrer gegenlenken muss. Mit dem Assistenten von VW wird das Rückwärtsrichten von Gespannen tatsächlich zum Klacks. Man richtet das Gespann gerade aus, schaltet den Assistenten ein und fährt einfach. Der Assistent hält das Gespann automatisch auf der vorgewählten Spur. Etwas kniffliger wird es, wenn man beispielsweise schräg rückwärts einparken möchte. Hier kann der Fahrer einen Winkel vorwählen und dem Gespann so die Richtung vorgeben. Allerdings muss er diese Vorwahl sehr exakt treffen oder gegebenenfalls nachjustieren, damit der Hänger auch da landet, wo man ihn haben möchte.

Fazit

Der VW Touareg der dritten Generation hat uns unterm Strich sehr gut gefallen. Tolles Design kombiniert mit moderner Technik, hohem Komfort und praktischen Assistenten macht einfach Spaß. Zudem ist der Touareg hervorragend als Zugfahrzeug zu gebrauchen und bietet – ausgestattet mit einer Rückfahrkamera und dem Trailer Assist – gute Unterstützung, wenn man mit dem Hänger rangieren muss. Ein kleines Manko des Touareg 3,0 l V6 TDI SCR ist der etwas schwache Antritt aus dem Stand – hier könnte eine der Motorvarianten Abhilfe schaffen, die VW ab Ende des Jahres anbieten möchte.

Bildergalerie:

 

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