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Reitbodenpflege: 6 Fragen an den Experten: Andreas Busch

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Welche Rolle spielt die Fahrtechnik, der Fahrstil bei der Bodenpflege?

Das hängt von der Kombination Traktor und Bahnplaner ab. Bei einem Bahnplaner mit Nachlaufeinrichtung muss man einen großen Radius fahren, also einen großen versetzten Zirkel, von Bande zu Bande. Anschließend fährt man einmal außen rum, um die Überschneidungen der Zirkel, an denen sich ein wenig Material anhäuft, auszugleichen. Ganz wichtig: Man sollte nicht immer nur von einer Seite anfangen zu fahren, sondern möglichst täglich die Fahrtrichtung wechseln. Denn jeder Bahnplaner nimmt etwas Material mit und sonst wird der Boden auf einer Seite der Halle oder des Platzes mehr und mehr abgetragen. Viele fahren immer nur parallel zur Bande. Damit entsteht irgendwann eine Wanne, da der Hufschlag zwar glatt gezogen, das Material aber nicht zurück in die Bahnmitte befördert wird. Wichtig ist gerade bei einer Holzschicht die Durchmischung des Materials. denn der Hufschlag wird stärker beansprucht. Daher reicht es nicht, ihn einfach nur glatt zu ziehen. Das weniger abgenutzte Material muss auch von innen in Richtung Bande verteilt werden. Ist der Boden dagegen schon etwas fest, sollten auch bei Deckschichten mit Holzanteil tiefenregulierbare Geräte zum Einsatz kommen, die maximal drei bis vier Zentimeter tief greifen. Nicht nur das Schleppbild, auch das Tempo beeinflusst das Ergebnis ganz erheblich. Denn nur ab einem bestimmten Tempo werden die Striegelzinken des Planers in Rotation versetzt und durchmischen die Tretschicht effektiv. Wird zu langsam gefahren, setzten sich die textilen Zuschlagsstoffe ab und es entstehen Rippen, da die Zinken wie in Pflug durch den Boden gezogen werden. Diese Rippen können im schlimmsten Fall für die Pferde zur Stolperfalle werden.

Was muss ein Bahnplaner können? Und welche Aufgabe haben die einzelnen Bauteile des Planers?

Das wichtigste ist, das er den Boden einebnet und geeignet ist, eine gleichmäßige Tritttiefe herzustellen. Das heißt, als Erstes muss der Boden gleichmäßig feucht sein. Wir arbeiten mit unseren Bahnplanern, denn diese lockern den Boden nicht nur auf, sondern wirken wie ein kleiner Quirl und durchmischen Sand und Zuschlagsstoffe. Gleichzeitig wird die Tretschicht durch die Striegelzinken gleichmäßig verteilt. Nach den Zinken kommt eine Planierschiene, die dazu dient, das durch die Zinken aufgelockerte Material gleichmäßig einzuebnen. Am hinteren Ende des Planers läuft eine Walze, die der Rückverfestigung des Bodens dient. Hierbei ist besonders wichtig, dass die Walze die Bewegung des Traktors nicht mitmacht. Bildlich gesprochen, sollte der Traktor eine Senke schon passiert haben, wenn der Planer den Anfang erreicht, damit dieser die Senke zuschieben kann. Ist der Planer zu kurz und Traktor zu starr gekoppelt, durchfahren beide die Senke und machen sie damit nur größer.

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