Praxistest Kombimulcher: Grünschnitt als Dünger

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Rampelmann & Spliethoff und Hippodung haben gemeinsam ein Weidepflegesystem auf den Markt gebracht, das einen Mulcher und einen Rotteförderer vereint. Pferdebetrieb hat den Hippodung-Kombimulcher bereits getestet und war überrascht von dem Ergebnis.

Rotteförderung

Hippodung ist seit mehreren Jahren mit einer Einstreu auf dem Markt, die durch den Zusatz von Rotteförderern aus dem Hause Plocher das Mistvolumen deutlich verringern soll. Außerdem verspricht Hippodung, dass aus dem Pferdemist innerhalb kürzester Zeit wertvoller Kompost wird, der auf dem Grünland ausgebracht werden kann. Bei dem neuen Weidepflegesystem stand dieselbe Grundidee Pate: Auf der Weide wird ein Kompostierbeschleuniger ausgebracht, der für die Hygienisierung des Grünschnitts sorgt. Darüber hinaus gibt Hippodung an, dass ein Absammeln der Pferdeäpfel auf den mit dem Hippodung-Weideaktivator bearbeiteten Flächen nicht mehr nötig ist. Somit könnten auch die Mineraldünger- und Nachsaatmengen reduziert werden. Das klingt vielversprechend.

Melasse als Weideaktivator

Hippodung forscht seit mehreren Jahren in diesem Bereich, die Geräte sahen bisher allerdings wenig überzeugend aus. Im vergangenen Jahr hat sich Hippodung jedoch mit Rampelmann & Spliethoff zusammengetan, deren Bahnplaner in vielen Pferdebetrieben präsent sind. Die Landtechnik- Spezialisten aus der Nähe von Warendorf haben einen Rucksackaufbau für einen normalen Mulcher von Müthing entworfen.

Der Rucksack besteht im Wesentlichen aus einem großen Vorratstank, einem Spültank und einer elektrisch angetriebenen Pumpe. Vor dem Start werden beide Tanks mit Wasser gefüllt, hinzu kommt der sogenannte Weideaktivator, der auf Melasse basiert. Melasse auf dem Grünland ist nicht ungewöhnlich – viele Landwirte verwenden sie als Siliermittel. Hippodung verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Der Zuckersirup liefert den Bakterien, die dabei helfen, dass Pferdeäpfel und Mulchgut schnell verrotten, Nahrung. Anders als bei der Silageproduktion wird mit dem Kombimulcher nur ein ganz feiner Sprühnebel ausgebracht. Von dem Weideaktivator wird nur eine geringe Menge benötigt: Hippodung empfiehlt 300 ml/ha bis maximal 500 ml/ha, je nach Mulchgut und Dungmenge.

Fazit Kombimulcher

Im Langzeittest von Pferdebetrieb kam der Kombimulcher in der Weidesaison 2016 regelmäßig auf einem Testabschnitt zum Einsatz. Im Vergleich zur klassisch behandelten Fläche zeigte sich der mit dem Rotteförderer bearbeitete Abschnitt deutlich frischer. Das Mulchgut verrottete wesentlich schneller. Außerdem schoss der Nachwuchs rascher in die Höhe und zeigte ein satteres Grün.

Guido Krisam ///

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