Praxistest – elektrisch, leise, stark: elektrische Schubkarren

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Elektrische Schubkarren machen den Transport von Futter, Mist und anderem Material zum Kinderspiel. Pferdebetrieb hat sich die E-Schubkarre Donky von Etesia mal im Praxistest angeschaut. Ein besonderes Highlight bei diesem Modell ist der integrierte Wassertank.

Elektrische Schubkarren werden immer beliebter. Zwar sind sie im Vergleich zu klassischen Modellen, die mit Muskelkraft vorangetrieben werden, deutlich teurer, doch sie erleichtern die Arbeit auch ungemein – vor allem, wenn Lasten einfach und ohne schweres Gerät bewegt werden sollen. Ein interessantes Modell für solche Zwecke ist beispielsweise die E-Schubkarre Donky von Etesia. Wir konnten uns das kompakte Kraftpaket im Einsatz auf einem Hof ansehen und auch gleich selbst ausprobieren. Auf den ersten Blick ist nichts Ungewöhnliches an der E-Schubkarre zu entdecken, nur vielleicht die etwas dickwandige Wanne, die ein Ladevolumen von 180 Litern bietet und bis zu 250 kg tragen kann.

Nutzt man die optionalen Seitenwände, erhöht sich das Fassungsvermögen auf satte 400 Liter. Diese Wände lassen sich alternativ auch so zuklappen, dass sie die Wanne verschließen. Außerdem bietet die Wanne der Donky noch ein sehr ungewöhnliches, aber überaus praktisches Extra: Ihre Wände sind hohl und können bis zu 85 Liter Flüssigkeit fassen. Am unteren Ende befindet sich ein Hahn, über den zum Beispiel Wasser wieder abgelassen werden kann. Gedacht ist dieses Feature ursprünglich für den Landschafts- und Gartenbauer, der hier und dort mal ein paar Pflanzen gießen möchte, die Funktion ist aber auch für Pferdebetriebe interessant – beispielsweise, wenn Wasser in kleineren Mengen auf eine Koppel gebracht werden soll.

Die Wanne der Donky ist auch ein 85-Liter-Wassertank. Foto: Pferdebetrieb

Die Wanne der Donky ist auch ein 85-Liter-Wassertank. Foto: Pferdebetrieb

Transport

Die Donky ist so einfach oder so schwer zu beladen, wie jeder andere Schubkarren auch. Zum Entladen muss die Wanne allerdings, anders als bei den meisten Modellen, erst entriegelt werden. Dank eines guten Kipppunkts ist der Kraftaufwand beim Entladen vergleichsweise gering. Fast ohne Kraftaufwand lässt sich die E-Schubkarre vor- und zurückbewegen. Allerdings müssen zuerst der Schutz- und der Einschalter betätigt werden, um den Stromkreis zu schließen. Um die Donky dann in Bewegung zu setzen, müssen lediglich ein Fahrschalter gedrückt und über den Joystick Geschwindigkeit und Richtung bestimmt werden. Allerdings muss man die Geschwindigkeit schon sehr behutsam dosieren – sonst gibt die Donky gleich Vollgas – was bei der normalen Arbeit problematisch bis nahezu unmöglich ist.

Vermutlich bietet die E-Schubkarre aus diesem Grund noch eine zweite Möglichkeit, die Geschwindigkeit zu beeinflussen: den Eco-Schalter, mit dem man die Donky in den Energiesparmodus schalten kann. Dadurch verringert sich nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Höchstgeschwindigkeit von 6 auf 3 km/h. Egal ob im Eco-Modus oder unter Volllast – die Donky ist, wie es sich für eine elektrisch angetriebene Schubkarre gehört, angenehm leise. So waren die Pferde im Stall auch weder verwundert noch beunruhigt, als wir zum ersten Mal mit dem E-Lastenesel durch die Stallgasse in eine Box gefahren sind.

 

Kurven sind o. k.

Gesteuert wird die E-Schubkarre von Etesia einfach mit dem stufenlos verstellbaren Lenker. Ein leichter Druck nach rechts und die Donky fährt nach links und umgekehrt. Etwas mehr Kraft muss man beim Wenden einsetzen, da sich dann die hinteren Räder erst einmal komplett drehen und der neuen Fahrtrichtung anpassen müssen. Dies geht im schnellen Modus dank des größeren Schwungs etwas einfacher als im Eco-Betrieb. Die vorderen Reifen sind starr und treiben den elektrischen Lastenmuli an. Das heißt, dass die Fahrt geradeaus oder auch mit leichten Kurven sehr einfach von der Hand geht. Will man scharf abbiegen oder muss man viel rangieren, ist entsprechender Kraftaufwand nötig, der allerdings immer Off-Road Neben der befestigten Stallgasse und dem asphaltierten Hof musste die Donky auch mal über Stock und Stein ihr Können beweisen. Vollgefüllt mit 85 Litern Wasser ging es zu den Koppeln.

Gras, Sand, Kies und Matsch – auf diesem Untergrund kommt die E-Schubkarre bei ebenem Gelände gut voran. Sie hinterlässt lediglich an matschigen Stellen einen klaren Abdruck von den kleinen Ackerstollenreifen der Antriebsräder. Aufgeben musste die Donky lediglich, als wir versuchten, sie einen Haufen aus festem Sand und Kies hinaufzuschicken: Die Räder gruben sich ein, anstatt die Schubkarre nach vorn und hinauf zu bewegen – das ist aber vermutlich auch eine Disziplin, die im Betriebsalltag nicht gefordert ist.

Fazit

Unterm Strich hat uns die Donky von Etesia gut gefallen. Sie erleichtert den Transport von schweren Lasten und kann zudem noch als Mini-Wasserfass eingesetzt werden. Die Bedienung ist einfach und dank des stufenlos verstellbaren Lenkers kann die E-Schubkarre auf verschiedene Nutzer angepasst werden. Weniger gut gefallen haben uns die etwas schwere Lenkung bei Wendemanövern und das schlecht zu dosierende Gas.

Auf einen Blick:

 
Modell:Etesia Donky
Motorleistung:1700 W
Akku-Typ:Gel / Blei
Spannung:48 V
Ladezeit:4 bis 5 Stunden
Laufzeit:bis zu 5 Stunden
Geschwindigkeit:Stufe 1: 0 bis 6 km/h
Stufe 2: 0 bis 3 km/h
Gewicht:170 kg
Abmessungen:1.722 x 900 x1027 mm (L x B x H)
Zuladung:250 kg
Wasserspeicher:85 l
Optional:zusätzliche Seitenwände, Schneeschild und mehr
Preis:4300 Euro (brutto)

Weitere Informationen finden Sie hier.

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