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Sommer und Winter – Was eine Pferdetränke ausmacht

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Die beste Pferdetränke nützt nichts, wenn sie nicht zu den Voraussetzungen passt, die auf einem Pferdebetrieb gegeben sind – egal ob im Stall oder auf der Weide. Als typische Varianten für Pferdetränken gibt es: Tränken mit Schwimmerventil oder Rohrventil, Balltränken, Tränken mit Blechzungen sowie Trogtränken. Für welches Modell Sie sich entscheiden, hängt also immer auch vom Wasserdruck, den vorhandenen Wasserquellen, möglichen Wasserleitungen etc. ab. Abgesehen davon können folgende Kriterien als Entscheidungshilfe für den Kauf einer Pferdetränke dienen:

Entscheidungskriterien für eine Pferdetränke:

■ Es fließt möglichst viel Wasser in möglichst kurzer Zeit. Die besten Tränken schaffen bis zu 19 Liter pro Minute. Denn erwachsene Pferde trinken bis zu 60 Liter pro Tag und sind als Fluchttier darauf ausgelegt, große Mengen in kurzer Zeit zu trinken. Tränken, bei denen Pferde nur wenig Wasser schlürfen können, ermüden und könnten dazu führen, dass die Tiere weniger Wasser aufnehmen.

■ Müssen die Pferde einen Mechanismus betätigen, damit das Wasser fließt, sollte dieser möglichst leichtgängig sein. Rindertränken sind meistens schwergängiger und für Pferde nicht geeignet. Deshalb sollte darauf geachtet werden, eine Pferdetränke zu kaufen.

Rohrventile sind besser als Blechzungen: Sie sind leichter zu reinigen, spritzen den Pferden nicht in die Nüstern und die Verstopfungsgefahr durch Heu, Stroh oder Futterreste ist geringer.

■ Die Trinkschale beziehungsweise das Becken ist so groß und tief, dass das Pferd sein Maul zum Trinken einige Zentimeter tief eintauchen kann. Denn Pferde sind Saugtrinker und möchten in großen Zügen trinken.

■ Das Material ist geschmacksneutral und ungiftig. Im Idealfall bietet es zusätzlich antibakterielle Eigenschaften, ist lebensmitteltauglich, robust und splitterfest und behält diese Eigenschaften auch, wenn die Tränke längere Zeit nicht genutzt wird.

■ Die Tränke sollte von mehreren Seiten erreichbar sein. Bei Herdenhaltung sollten Betriebsleiter darauf achten, dass auch die rangniedrigen Pferde genug Wasser abbekommen. Eine Lösung kann es sein, mehrere Tränken aufzustellen. Bei Selbsttränkebecken sollte eine Tränke für 15 Pferde zur Verfügung stehen, bei langen Trogtränken reicht ein Becken für 20 Pferde. Zudem sollten die Tränken möglichst weit entfernt von der Futterstelle sein. Denn so können rangniedrige Pferde ungestört trinken, während ranghohe fressen, und, um die Verschmutzung zu reduzieren. Sind Futter und Wasser weit voneinander entfernt, schafft das außerdem einen Bewegungsanreiz.

■ Die Tränke sollte leicht zu reinigen sein: Ein Stöpsel, durch den man verschmutztes Wasser herauslassen kann, ist praktisch. Außerdem sollten Mitarbeiter täglich überprüfen, ob die Tränke funktioniert und ob sie frei von Verschmutzung ist.

■ Pferde mögen bodennahe Tränken. Aus hygienischen Gründen und wegen der Verletzungs-/Zerstörungsgefahr bringt man Tränken jedoch meist höher an. Die Leitlinien zur Pferdehaltung des Bundesministeriums für Landwirtschaft empfehlen eine maximale Wasserspiegelhöhe von 0,4 x Wh (Widerristhöhe). Bei einem 1,65 Meter großen Pferd wären das etwa 66 Zentimeter.

■ Für den Winter ist es praktisch, wenn die Tränke auf eine ungefährliche Art beheizbar und gut isoliert ist. Auf alle Fälle müssen sie die Wasserversorgung auch bei niedrigen Temperaturen kompromisslos gewährleisten.

Die richtige Wassertemperatur

Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler hat ergeben, dass Pferde kaltes Wasser bevorzugen, wenn sie zwischen kaltem und warmem Wasser wählen können – auch im Winter. Steht ihnen jedoch nur warmes Wasser zur Verfügung und kein kaltes als Wahlmöglichkeit, trinken sie mengenmäßig mehr Wasser als aus einer kalten Quelle. Will man erreichen, dass Pferde mehr trinken, sollte man seine Tränken im Winter beheizen und kein kaltes Wasser als Alternative anbieten. Im Sommer sollte man darauf achten, dass Wasserbehälter und Leitungen auf der Weide sich nicht in der Sonne erhitzen.

In der gleichen Studie haben die Wissenschaftler beobachtet, dass Pferde in Boxenhaltung meistens wenige Minuten nach der Kraftfutteraufnahme und ungefähr eine Stunde nach der Raufutteraufnahme trinken. Viele Pferde tauchen auch gerne ihr Heu ins Wasser ein, bevor sie es kauen.  Bei Tränkenmodellen mit Blechzunge kann es dadurch zu Verstopfungen kommen.

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