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Praxistage@Home: Nachbericht

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Am 2. und 3. Dezember fanden die Praxistage@Home vom Arbeitskreis Pferdebetrieb statt. Statt sich vor Ort zu treffen, verlegten die Betriebsleiter online. Mit gleich vier Betriebspräsentationen gab es auch jede Menge Praxis über den Bildschirm transferiert. Ein großer Vorteil der Online-Veranstaltung: vier Betriebe aus den verschiedensten Ecken Deutschlands konnten wir in nur zwei Tagen kennenlernen.

Die drei Gewinnerbetriebe des Wettbewerbs „Qualitätsbetrieben gehört die Zukunft“ wurden teilweise durch die eigenen Betriebsleiterinnen und teilweise durch AK-Beirat Dr. Christa Finkler-Schade, die den Wettbewerb organisiert vorgestellt. Was die Betriebe aus Sicht der Jury besonders auszeichnete, verriet Jury-Mitglied und Tierarzt (Boehringer Ingelheim UK) Dr. Marc Lämmer. Er gewährte einen wertvollen Außenblick auf die jeweiligen Anlagen und ihr Konzept. In der Diskussion tauschten die Betriebsleiter Erfahrungen mit den Corona-Auflagen aus. Einige setzen auf den direkten Kontakt zum zuständigen Ordnungsamt. Andere setzen auf Apps und Software, um die erforderliche Mehrplanung zu stemmen.

Das Thema Wirtschaftlichkeit begegnete den Teilnehmern zusätzlich im Vortrag von Dr. Birthe Gärke (Schade und Partner) zum Thema Pensionspreis Kalkulation und der damit verbundenen Diskussion. Ein Tipp der Betriebsberaterin: Zusatzservices können für zusätzliche Einnahmen sorgen und so die wirtschaftliche Situation von Betrieben verbessern. Ein wichtiger erster Schritt sei in jedem Fall, die eigene Arbeitszeit zu kennen und für sich selbst ebenfalls einen festen Stundenlohn zu berechnen. Die Themen Preisgestaltung, Wirtschaftlichkeit und eigene Vergütung.

Pferdepension Dinghorst

Eine Mehrgenerationenherde von 60 Tieren managt die Betriebsleiterin der Pferdepension Dinghorst. Damit auch die älteren Pferde bedarfsgerecht gefüttert werden können, gibt es einen Heucobautomaten. Er stellt Pferden eingeweichte Heucobs zur Verfügung. Außerdem verfügt der HIT-Aktivstall bei Kiel über 16 Einzelraufutterdosierer, 68 Ad-Libitum-Strohraufen, 6 Kraftfutterstände und insgesamt 5 Liegehallen lassen keine Wünsche offen. Dr. Christa FInkler-Schade stellte den Betrieb stellvertretend für die Beriebsleiterin Birte Wulf-Kobrock vor.

Stocks Reitanlage

Ein Familienbetrieb mit Boxenhaltung konnte sich ebenfalls über einen Sieg freuen. Vorgestellt wurde Stocks Reitanlage ebenfalls von Dr. Christa Finkler-Schade. Besonders hervorgehoben haben sie und Jury-Mitglied D. Marc Lämmer das ausgezeichnete Fütterungsmanagement der Anlage. So wird über einen Kraftfutterautomaten 9 Mal täglich gefüttert. Raufutter steht durch eine große Raufe ebenfalls ausreichend zur Verfügung.

Eschenhof

Zwei Betriebsleiterinnen mit besonders breit gefächertem Know-how, wie auch Jury-Mitglied Dr. Marc Lämmer positiv hervorhob, stellten ihren Betrieb Eschenhof bei Berlin vor: Katja von Weizsäcker (Pferdewirtin Haltung und Service) und Maxi Deutsch (Pferdewirtschaftsmeisterin Reiten und Tierärztin). Über 100 Kinder erhalten auf dem Eschenhof Unterricht. Besonders spannend war für die Teilnehmer das Konzept „eigenes Pferd auf Probe.“ Ziel des Konzeptes ist es, erfahrenen Reitschüler mehr als nur Unterricht auf einem Schulpferd zu bieten. Das eigene Pferd auf Probe bereit auch Eltern auf die Verpflichtungen, die mit einem eigenen Pferd kommen, vor.

Für den Betrieb entstand daraus ein wichtiges Instrument zur Kundenbindung.  Was die Betriebsleiterinnen als alte Hofanlage übernahmen, bietet heute beste Bedingungen für moderne Pferdehaltung. Besonders viel Wert legen die Betriebsleiterinnen auf ein gutes Stallklima. Anstelle von Boxentüren findet man deshalb lediglich eine Kette. So ist auch mehr Möglichkeit für Sozialkontakt gegeben. Ein Sicherheitsrisiko entsteht nach Einschätzung von Marc Lämmer dadurch nicht, denn die gesamte Anlage ist durch ein Tor eingefasst. Ein Entkommen wäre für die Pferde somit selbst dann nicht möglich, wenn sie aus ihrer Box ausbrechen würden.

Aktivstall Multitrail

Am zweiten Tag der Praxistage@Home stellten Sönke Schulz und Tina Hirche ihren Betrieb Aktivstall Multitrail vor. Das Betriebsleiterpaar aus Schleswig-Holstein schilderte die persönliche Reise und Motivation von der Milchviehhaltung zur Pferdehaltung. Ihr Ziel war es, ein Konzept zu schaffen, das auch in 20 Jahren Bestand hat und der eigenen Familie eine mehr Zeit zu widmen. Auch einen Blick in die Arbeitswirtschaftlichkeit und die Zielgruppe der neuen Anlage gewährten die Betriebsleiter. Mit den Teilnehmern teilten sie außerdem ihre Erfahrungen zum Fütterungsmanagement und zur Einstreu. Der Aktivstall setzt auf Grünkompost, der für die Pferdehaltung zertifiziert ist, – ein Faktor, der für einige Einsteller sehr wichtig ist. Denn einige Pferde hatten mit Stroheinstreu schlechte Erfahrungen gemacht.

Fazit

Die Praxistage@Home waren ein voller Erfolg und auch der Online-Austausch verlief flüssig. Corona-Auflagen, Reitschul-Konzepte, West-Nil-Virus und Einstreu – die Diskussionspunke waren vielfältig, die Meinungen ebenso. Ersetzen können Online-Treffen die Treffen-Vor-Ort nicht. Doch sie stellen eine gute Ergänzung und Überbrückung dar, um auch und gerade in schwierigen Zeiten voneinander lernen zu können.

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