Entscheidung zum Wolfsmanagement

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Die Bundesregierung hat sich auf einen leichteren Abschuss von Wölfen geeinigt. Seit der Wolf in Deutschland wieder heimisch geworden ist, ist die Frage nach einem geeigneten Wolfsmanagement präsent. Im Vorfeld hatten der Deutsche Bauernverband, das Forum Natur und die Verbände der Halter von Weidetieren die Umweltminister dazu aufgefordert, ihre Wolfspolitik im Rahmen der Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern in Hamburg zu überdenken. Sie hatten auch einen Handlungsleitfaden zum geregelten Management der Tiere vorgelegt.

Genemigung für Abschuss nötig

Eine streng geschützte Tierart bleibt der Wolf dennoch. Das bedeutet: Nach einem Riss dürfen die Tiere künftig geschossen werden, bis erneute Risse ausbleiben. Für jeden Abschuss ist jedoch vorab eine Genehmigung der Landesbehörden nötig. Eine Grundlage solcher Genehmigungen können künftig „ernste Schäden“ sein, die den Nutztierhaltern entstehen. Nicht durchsetzen konnte sich der Vorschlag von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, wolfsfreie Zonen einzurichten, in denen ein Abschuss ohne Anlass möglich gewesen wäre. Diese Forderung sei nicht mit dem Artenschutz vereinbar.

Wolfsmanagement aus wissenschaftlicher Sicht

Ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Dries Kuijper vom Säugetierforschungsinsitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Białowieża/Polen  hat sich ebenfalls mit der Vereinbarkeit von Wolf und Weidetieren beschäftigt. Ihre Ergebnisse präsentierten sie in der Fachzeitschrift Biological Conservation. Unter anderem stellen die Wissenschaftler fest, dass die Kontrolle der Population durch Jagd den Konflikt zwischen Mensch und Tier nicht löse. Auch das Einzäunen von bestimmten Gebieten, in denen die Wölfe leben dürfen, stelle keine praktikable Alternative im Wolfsmanagement dar.

Anstatt vorbeugende Maßnahmen gegen Wölfe zu treffen, empfiehlt das Forschungs-Team, Nutztiere zu schützen. Das funktioniert mit speziellen elektrischen Zäunen oder Herdenschutzhunden. Außerdem sollte die natürliche Population von Huftieren wie Rehe oder Rothirsche gestärkt werden, um Konflikten vorzubeugen, so die Wissenschaftler. Gleichzeitig befürwortet das Team sogenannte Vergrämungsmaßnahmen, die Wölfe aus bestimmten Gebieten vertreiben. Denn durch negativ Konditionierung könnten Förster und Jäger das Verhalten der Wölfe teilweise beeinflussen. Auf der anderen Seite sollten Menschen lernen, Respekt vor ihnen zu haben und den richtigen Umgang mit ihnen erlernen.

www.pr.uni-freiburg.de

www.tagesschau.de  www.dbv.de

 

 

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