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Arbeitskreis Pferdebetrieb: Praxistage bei Dresden

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Die Praxistage am 28. und 29. September bei Dresden standen unter dem Motto: Pferdebetriebe erfolgreich in die Zukunft führen. Dabei hatten unsere Gastgeber-Betriebe, das Landgestüt Moritzburg und Gut Heinrichshof gemein, dass sie sich beide in ihrer Geschichte neu ausgerichtet haben und dass frische Ideen sie erfolgreich in die Zukunft geführt haben.

Das Jahr 2020 ist für Veranstaltungen nicht besonders einfach. Deshalb freuten wir uns umso mehr, dass dieses Treffen  wieder ohne Bildschirm – dafür mit detailliertem Hygienekonzept – stattfinden konnte. Die Mitglieder des Arbeitskreis Pferdebetriebs und Gäste konnten sich über viel spannenden Input freuen.

Landgestüt Moritzburg

Das Landgestüt Moritzburg wurde 1733 erbaut und erfreut sich auch heute noch eines Namen, der bei Pferdekennern große Emotionen hervorruft. Aber auch Nicht-Pferdemenschen schätzen das Landgestüt Moritzburg inzwischen und kommen gerne, um die besondere Atmosphäre und die historischen Gebäude zu besuchen. Nachdem sich einige Hengste des Landgestüts stolz ihrem Publikum präsentiert hatten, führten Landesstallmeisterin Dr. Kati Schöpke unsere Teilnehmer über die Anlage. Sie sprach über die Zucht, die Erhaltung wichtiger Rassen, aber auch über die Problemstellungen, vor denen das Landgestüt steht. Dazu gehörten im Jahr 2020 beispielsweise die Umsetzung von Hengstvorführungen unter Corona-Bedingungen.

Gut Heinrichshof

Auch Gut Heinrichshof hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Tanja Romanazzi kaufte die Anlage im Jahr 2001, baute sie zunächst zur Boxenhaltung um. 2002 zogen die ersten Pferde ein. Was aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten begann, ist heute zu einer Philosophie auf Gut Heinrichshof geworden: Die Offenstallhaltung. Inzwischen gibt es auf dem Pensionsbetrieb in Großröhrdorf keine Boxen mehr. Dafür leben insgesamt 89 Pferde in mehreren Klein-Offenställen, verschiedenen Paddock-Trail-Gruppen und einer Aktivstallgruppe. Wie diese aufgebaut sind, zeigten uns Betriebsleiter Stefan Seyfarth und seine Mitarbeiterin Theresa Zeitz.

Vorträge

Wie sich der Betrieb in den letzten drei Jahren hin zu einer steigenden wirtschaftlichen Bilanz entwickelt hat, berichtete Stefan Seyfarth, der in Wien in einer Unternehmensberatung tätig war, in seinem Vortrag über die Ökonomie der Pferdehaltung. Er nannte typische Probleme, mit denen sich viele Teilnehmer identifizieren konnten. Darunter sind große Investitionsvolumina, hohe Kosten, großer Arbeitsaufwand bei schlechter Bezahlung und keine Zeit für Planung und Bürokratie.Auch die Umstellung auf reine Offenstallhaltung hatte ökonomische Vorteile. Zudem verfolgt der Betrieb damit ein einheitliches Konzept.

Eine Nische, für die ein Betrieb steht und die ihm hilft, eine spezielle Klientel gezielt anzusprechen, ist ein Thema, das auch Thorsten Hinrichs (HIT-Aktivstall) in seinem Vortrag den Teilnehmern näherbrachte. Er ermunterte die Teilnehmer aus ihrer gewohnten Routine auszubrechen, und eine Nische möglichst abseits von hohen Preisdruck und starker Konkurrenz zu suchen.

Zum Thema nachhaltige Bodenbefestigung stellte Nicole Hübner von Hübner-Lee das TTE-System vor. Ein wichtiges Anliegen für sie ist der jährliche Flächenverbrauch durch Versiegelung. Das System von Hübner-Lee dagegen hält das Bodenleben intakt. Außerdem punkten die massiven Elemente mit ihrer flexiblen Anwendbarkeit. Ein ganz anders Thema lag Sker Firedhoff (Uelzener Versicherungen / RIMA) am Herzen: Er machte den Teilnehmern deutlich, wie Prozessmanagement mit der Haftung des Betriebsleiters und der Beweislastumkehr zusammenhängen. Es wurde deutlich: Viele Routinen existieren bereits. Durch deren Verschriftlichung und Kontrolle kann daraus ein Prozess entstehen. Wie solche Prozesse aussehen können, veranschaulichte Sker Friedhoff an praxisnahen Beispielen.

Fazit

Wir freuen uns über die abwechslungsreichen Praxistage mit lebhaften Diskussionen. Die Hygienebestimmungen wie Abstände und Mund-Nasen-Bedeckungen sind von allen Teilnehmern gut angenommen worden und haben die Stimmung der Praxistage nicht mindern können. Ein herzliches Dankeschön geht an die Betriebsleiter der Gastgeberbetriebe, Dr. Kati Schöpke und Stefan Seyfarth, an unsere Referenten und Sponsoren sowie besonders alle Teilnehmer. Wir sind mit vielen neuen Ideen nach Hause gegangen und freuen uns auf die nächste Veranstaltung

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