West-Nil-Virus in Deutschland: Impfen oder nicht?

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Das 1937 in Uganda entdeckte West-Nil-Virus (WNV) konnte im September 2018 zum ersten Mal auch in Deutschland nachgewiesen werden. In Südosteuropa, Frankreich und den USA ist die Krankheit jedoch schon länger bekannt. Insgesamt gab es in Europa im letzten Jahr 285 WNV-Fälle bei Pferden. Wie sich die Situation der Krankheit in Deutschland entwickeln wird, ist unklar.  Wir haben seit Jahren mit dem Auftreten des West-Nil-Virus in Deutschland gerechnet. Jetzt ist es so weit, und wir können nicht wirklich abschätzen, wie sich die Situation weiterentwickelt“, sagt  Professor Klaus Osterrieder, Direktor des Instituts für Virologie an der Freien Universität Berlin.

Die Überträger: Mücken. Die Opfer: Vögel, Pferde und Menschen. Als Schutzmaßnahme empfiehlt Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (STIKoVet) empfiehlt daher, Pferde, die in den bereits betroffenen Gebieten gehalten werden oder die während der Mückensaison z.B. im Rahmen von Pferdesportveranstaltungen in diese Gebiete gebracht werden, gegen WNV zu impfen. Idealerweise sollte die Grundimmunisierung vor Ende Mai abgeschlossen werden, damit die Pferde bereits vor Beginn der Mückensaison geschützt sind. Eine Impfung für Menschen gibt es aber noch nicht.

Definitive Wirte des Virus sind Sperlingsvögel, Eulen und Greifvögel. Menschen und Pferde können sich infizieren und erkranken, das Virus jedoch nicht weitergeben. Obwohl keine direkte Ansteckungsgefahr von Pferd zu Pferd besteht, ist das WNV eine anzeigenpflichtige Tierseuche. Infizierte Pferde bleiben meist symptomfrei. Lediglich acht Prozent zeigen zentralnervöse Symptome, wie Lähmungen, Ataxien, Fieber bis hin zu Festliegen. 30 bis 50 Prozent dieser klinisch erkrankten Tiere sterben. „Man kann – insbesondere bei Pferden, die an Turnieren teilnehmen und viel unterwegs sind – nur zur Impfung gegen WNV raten, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren“, rät Professor Osterrider.

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