Versorgungsempfehlungen für Pferde

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Prof. Dr. Dirk Winter, pferdeversorgung, fütterungspraxis

Foto: Kai Schwarz Prof. Dr. Dirk Winter, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen

Die Pferdehaltung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Während einstige Pferdehalter vor allem aus dem bäuerlichen Umfeld stammten und somit mit Tierhaltung und -fütterung vertraut waren, haben heutige Halter häufig keine entsprechende Vorbildung. Die Leitlinien zur artgerechten Fütterung unter besonderer Berücksichtigung der anatomischen, physiologischen und auch ethologischen Anforderungen von Pferden geben zweckdienliche Hinweise und fachliche Hilfestellungen zur Pferdefütterung und liefern die Grundlage zur Bewertung von Rationen für Pferde.

 

Neue Versorgungsempfehlungen für Pferde – müssen die Futterrationen neu überdacht werden?

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zur Ernährung von Pferden in verschiedenen Nutzungsrichtungen zeigen die Notwendigkeit einer Überarbeitung der Versorgungsempfehlungen auch hinsichtlich einer artgerechten Fütterungspraxis. Evolutionsbedingt hat sich das Pferd zu einem „Dauerfresser“ entwickelt. In der Natur und unter naturnahen Haltungsbedingungen bewegt es sich 12 bis 16 Stunden am Tag langsam grasend vorwärts und nimmt dabei kleine Mengen rohfaserreicher Nahrung auf. Das spiegelt sich auch in der Anatomie des Verdauungstraktes wider. Vielfach deckt die heute übliche Fütterungspraktik die Anforderungen der Pferde bezüglich Futtersuche und –aufnahme nicht ab. Einerseits ist die Fütterung häufig sehr getreide- beziehungsweise kraftfutterorientiert, andererseits werden relativ große Futtermengen in nur zwei oder drei Mahlzeiten angeboten und dies bei einem sehr begrenzten Angebot an Raufutter. Darüber hinaus ist oft auch die hygienische Qualität der Futtermittel zu bemängeln. Störungen des Verdauungsapparates und Beeinträchtigungen des Atmungstraktes können die Folge sein.

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