Tipps: Angepasste Notfallversorgung für Pferdebetriebe

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Corona führt zu Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch Pferdebetriebe sind davon betroffen und müssen sich Gedanen über eine Notfallversorgung machen. In einigen Fällen, dürfen Einsteller ihre Pferde weniger oder nicht mehr Trainieren und Reiten. In Zeiten von weniger Bewegung ist eine angepasste Haltung besonders wichtig. Die Experten der Vet Med Uni Vienna empfehlen:

1: Ausreichend Raufutter

Damit die Verdauung gesund bleibt, ist Raufutter essentiell. Eine absolute Untergrenze sind 1,5 kg Trockenmasse auf 100 kg Körpermasse. Im Fall von Heu sind es also mindestens 1,7 kg Heu pro 100 kg Körpermasse.

2: Lange Kauzeit

Die Zeit der Futteraufnahme sollte möglichst lang sein. Großpferde knabbern zum Beispiel durchschnittlich 40 bis 60 Minuten pro Kilogramm Stroh, und 25 bis 50 Minuten pro kg Heu. Hafer oder Mischfutter putzen sie dagegen bereits nach 10 bis 20 Minuten pro Kilogramm weg. Eine lange Kauzeit gewährt eine ausreichende Speichelproduktion und sorgt für Zahnabnutzung und –reinigung. Außerdem sollten die Fresspausen nicht zu lang sein, denn fresspausen über 4 Stunden können das Risiko für Magengeschwüre, Koliken und Störungen der Darmflora erhöhen.

3: Krankheiten

Krankheiten wie Hufrehe, Equines Asthma, EMS oder das Equine Cushing Syndrom sollten abgefragt und in die Rationsplanung mit einkalkuliert werden.

4: Vorsichtig anweiden

Das Gras der Koppeln enthält gerade viel Zucker und Fruktan. Deshalb sollten Betriebe in Zeiten von geringer Bewegung nur sehr langsam anweiden oder die Weidesaison noch etwas nach hinten verschieben.

5: Einstreu anpassen

Nascht ein Pferd zu viel von der Stroh-Einstreu, kann das n Verbindung mit wenig Bewegung zu Verstopfungskolik führen. Mehr als ¼ kg pro 100 Kilogramm Lebensmasse erhöhen das Risiko. Nicht essbare Alternativen Holzspäne, Miscanthus, Fichtenholzspäne oder Waldboden-Varianten.

6: Bewegung

Ein Mangel an Bewegung wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Pferde aus, zum Beispiel leidet die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege. Pferde sollten deshalb ausreichend Möglichkeit zur freien Bewegung haben, wie etwa auf einem Auslauf, in der Halle oder im Bewegungsstall. Achten Sie außerdem auf gutes Lüften im Stall.

Tipps zur Corona-Vorsorge

www.vetmeduni.ac.at

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