Strongyliden: Fiese Viecher

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Gutes Futter, starke Abwehr
Je schlechter das Immunsystem eines Pferds in Schuss ist, umso anfälliger ist es für Parasiten und damit auch für Strongyliden. „Da Darmflora und Immunsystem zusammenhängen, hat auch das Futter einen Einfluss auf den Befall mit Würmern“, erklärt Zeitelhack. „Wird schlechtes Heu oder Silage gefüttert und die Pferde bekommen Durchfall, schwächt das die Darmflora und indirekt das Immunsystem. Das Infektionsrisiko steigt.“


Entwurmen – wie oft?

Kaum ein Thema wird in der Pferdehaltung seit Jahren so heiß diskutiert wie das Entwurmen. Lieber standardmäßig entwurmen mit drei bis vier Kuren pro Jahr oder selektiv nach Kotprobe? Da ist sich auch die Wissenschaft längst nicht einig. „Es gibt nicht das Entwurmungsschema für das Pferd. Wie oft entwurmt werden sollte, hängt vom einzelnen Betrieb ab. Je stabiler der Bestand, also je seltener neue Pferde dazukommen, und je besser das Weidemanagement, umso seltener muss entwurmt werden“, meint Binding. Zeitelhack merkt an: „Bei guter Weidehygiene reichen bei der standardisierten Variante auch drei Wurmkuren pro Jahr.“ Viele Pferdebetriebe entwurmen selektiv. Das ist an sich eine gute Sache, denn je weniger oft ein Wirkstoff eingesetzt wird, umso langsamer entstehen Resistenzen. Beim selektiven Entwurmen erhält ein Pferd nur dann eine Kur, wenn die Kotprobe einen Befall anzeigt. Das Ziel ist, seltener und nach Bedarf zu entwurmen. Das Problem ist aber eben, dass die Kotprobe nicht hundertprozentig sicher zeigt, ob ein Pferd Würmer hat oder nicht.

Das Tier kann trotz negativer Kotprobe mit kleinen Strongyliden befallen sein. Zudem gibt es sogenannte Passagewürmer, die in der Kotprobe zu sehen sind, dem Pferd aber nicht schaden, da sie sich im Pferdedarm quasi „nur auf der Durchreise“ befinden. Zeitelhack hält selektive Entwurmung grundsätzlich für eine gute Sache, wenn die Pferde mindestens zwei Wurmkuren im Jahr standardmäßig bekommen, eine im Frühjahr und eine im Herbst. „Dann kann ich im Sommer und im Winter Kotproben nehmen und betroffene Pferde gezielt behandeln. Ich rate davon ab, sich allein auf die Kotproben zu verlassen, da es eben falsch Negativ-Ergebnisse gibt, sprich, die Kotprobe ist negativ, das Pferd hat trotzdem Würmer. Daher ist die sicherere Variante, zweimal pro Jahr routinemäßig alle Pferde zu entwurmen.“

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