Strongyliden: Fiese Viecher

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Weidepflege und Stallhygiene
Nervig, aber nötig: Koppeln abmisten ist noch immer das erste Mittel der Wahl, um übermäßigen Wurmbefall einzudämmen. Hier schlüpfen die Larven aus den Eiern und gelangen über das Gras ins Pferd. Binding erklärt, warum häufiges und regelmäßiges Abmisten so wichtig ist: „Die Larven brauchen nach dem Schlüpfen aus dem Ei nur einen Tag, um vom Kothaufen weg auf frisches Gras zu kriechen. Ein fünf Tage alter Haufen ist verlassen, dann nützt auch das Abmisten nichts mehr.“

Klar ist wohl auch, dass die Ansteckungsgefahr größer ist, je mehr Pferde auf einer Fläche zusammenstehen. Es ist ein Problem, dass in vielen Pferdebetrieben immer mehr Pferde auf immer weniger Weideland stehen beziehungsweise zu viele Jungtiere sich eine zu kleine Fläche teilen müssen. Sehr junge und auch alte Pferde sind weniger widerstandsfähig, daher ist ihr Ansteckungsrisiko höher. Je mehr Pferde zusammenstehen, umso gründlicher sollten Koppeln und Paddock abgemistet werden. Eine Mischbeweidung mit anderen Tieren, etwa Rindern, kann den Wurmdruck senken. Portionsweiden helfen dagegen nur bedingt, da die Fläche sehr lange brach liegen müsste, um wurmfrei zu werden. „Bei einer verseuchten Koppel gilt die Faustregel, die Weide zwei Winter lang nicht zu nutzen“, sagt Zeitelhack. „Die Pferde kommen im Herbst runter, dann kommt der erste Winter. Den ganzen Sommer ist die Weide gesperrt und dann noch den zweiten Winter.“ Die Wurmeier sind sehr widerstandsfähig, Kälte tötet die Würmer ab. Nur durch die lange Nutzungspause sei sichergestellt, dass keine neuen Wurmeier ausgeschieden werden und die Weide anschließend vollständig wurmfrei ist. „In der Praxis werden die meisten Pferdebetriebe nicht so viel Land haben, dass Weiden zwei Jahre lang gesperrt sein können, daher führt am sorgfältigen Abmisten kein Weg vorbei“, merkt Zeitelhack an. Binding empfiehlt zudem, die Weiden im Frühjahr zu kalken, das töte die Larven.

Bei Laufstallhaltung sind Hygiene und gutes Entwurmungsmanagement besonders wichtig. Logischerweise ist die Infektionsgefahr größer, wenn alle dieselben Flächen nutzen. „Bei Boxenhaltung ist es einfacher, die Würmer in den Griff zu bekommen“, sagt Binding. „Das gilt aber nur, wenn die Boxenwände einigermaßen dicht sind, sonst wandern die Larven zum Nachbarn.“

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