Pferdeweiden: 3 Mythen um den Elektrozaun

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Elektrozäune sind für viele Pferdehalter die Lösung der Wahl, um die Tiere ausbruchssicher auf Koppel und Weide zu halten. Um die elektrischen Zäune geistern jedoch einige moderne Mythen. Mit drei von Ihnen machen wir zusammen mit unserem Experten von AKO hier Schluss. Mehr kostenlose Informationen zum Thema Elektrozaun und wie Sie  Ihre Weiden vor Wildschweinen und Wölfen schützen können, gibt es im E-Book Wildschutzzaun. Auch hier geben die Experten von AKO Tipps, wie Sie Ihre Pferde schützen – und vor allem, wie Sie ungebetene Gäste fernhalten können.  Hier geht es zum kostenlosen Download.

Mythos 1: Ein bisschen Bewuchs ist okay, solange das Gras die Litze nicht umwächst.

AKO: „Grundsätzliche sind Grashalme mit ihren Wurzeln eine natürliche Ableitung der Spannung vom Zaundraht in die Erde. Die Spannung nutzt diesen ‚Ausgang‘, um Richtung Erdstab des Weidezaungerätes abzufließen. Diese unerwünschte Ableitung der Spannung fehlt somit als Hütespannung in der Zaunanlage und verringert die Schockwirkung bei Tierberührung. Deshalb sollte Bewuchs grundsätzlich vermieden werden! Man muss darauf achten, dass an jedem Punkt der Zaunanlage eine Mindesthütespannung von 2.500 Volt – bei robusten, dicht behaarten Tieren 4.000 Volt – messbar ist. Spätestens wenn dieser Wert unterschritten wird, muss der Bewuchs entfernt werden. Mehr Spannung am Zaun bedeutet bessere und höhere Hütesicherheit und auch weniger ‚Arbeit‘ für das Weidezaungerät – Akkus und Trockenbatterien müssen dann eventuell weniger schnell ausgetauscht werden.“

Mythos 2: Grundsätzlich reicht es aus, wenn der Erdstab Kontakt zum Boden hat.

AKO: „Im Stromkreislauf des Weidezaunsystems dient das Erdreich als Rückleiter. Deshalb funktioniert ein Elektrozaunsystem nur zuverlässig, wenn die Erdung fachgerecht installiert ist. Die zur Erdung verwendeten Erdungsstäbe müssen verzinkt und genügend tief im feuchten Boden verankert werden, also nicht unter dem Stalldach im Trockenen! Die Länge muss so bemessen sein, dass der Stab tiefere, feuchte Erdschichten erreicht. Die Anzahl der empfohlenen Erdstäbe richtet sich nach der Leistungsklasse des Gerätes. Je mehr Erdstäbe und je tiefer sie im Erdreich sind, desto besser. Mindestens 1 m tief sollten sie in der Erde sitzen. Drei Erdstäbe im Abstand von circa 3 m können als Faustregel verwendet werden. Auf eine sichere Verbindung zwischen dem Gerät und den Erdungsstäben muss geachtet werden.

Die Beschaffenheit der Böden hat dabei einen wesentlichen Einfluss auf die Funktion beziehungsweise auf die Auslegung des Erdungssystems. Je trockener – und damit auch je schlechter leitfähig – die Böden sind, desto mehr Aufwand muss in ein Erdungssystem investiert werden. Schwierig sind zum Beispiel sandige, lehmige, steinige oder gefrorene Böden. Auf solchen eher trockenen Standorten, wo der Boden schlecht leitet, sind mehrere mit einem Erdkabel verbundene Erdungsstäbe notwendig. Grundsätzlich bedeuten mehrere Erdstäbe immer eine Verbesserung der Funktion, denn durch mehr Metall im Boden kann auch mehr Spannung aufgenommen werden. Bei mobilen Geräten ist zum Beispiel ein Erdstab, der mindestens 75 cm lang ist, zu empfehlen.“

Mythos 3: Die angegebene maximale Zaunlänge (auf dem Weidezaungerät) entspricht einem realistischen Zaunlängenmaß

AKO: „Die theoretische Zaunlange nach VDE ist ein theoretischer Wert, der auf Laborwerten beruht und in der Praxis aufgrund von Zaunbewuchs, Witterungseinfl üssen und Erdungsverhältnissen nicht erreicht werden kann. Eine realistische maximale Zaunlange ist stark abhängig von Bewuchs.“

 

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