Modernisierung: Ausstattung, Service und Digitales

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Stallungen und Reithalle sind modernisiert, die Einsteller können kommen. Aber wollen sie auch? Wer Kunden locken und binden möchte, braucht neben moderner Beleuchtungstechnik und Beregnungsanlage auch ansprechende Serviceleistungen für seine Zielgruppe. Die passende Technologie und digitale Lösungen erleichtern die Arbeit und steigern die Effizienz langfristig.

Zielgruppengerecht ausstatten

Die richtige Ausstattung für die Reitanlage richtet sich immer nach der Zielgruppe. Eine Reitanlage wird durch attraktive Serviceleistungen ansprechender und dank digitaler Lösungen effizienter. Sie steuern die Fütterung, erinnern an Medikamente und Termine und dienen in Form von Kameras und Sensoren auch zur Überwachung. Spezielle Stall-Software erleichtert die Abrechnung und den Austausch zwischen Einstellern, Mitarbeitern und Betriebsleitern. Doch welches sind die ersten Schritte bei der Modernisierung und worauf ist zu achten? Pferdebetrieb hat bei Ausstattern nachgefragt.

Was Ausstatter empfehlen:

Robin Ahrberg (Buchholz Beregnung): Beim Neubau einer Reithalle oder eines Reitplatzes sollte bereits bei der Planung eine Beregnungsanlage berücksichtigt werden. In dieser Phase können die erforderlichen Wasserleitungen und elektrotechnischen Anforderungen sehr einfach und kostengünstig vorbereitet werden. Beregnungs- und Beleuchtungsanlagen dürfen sich gegenseitig nicht im Weg sein. Ziel ist es, trotz einer fest installierten Beregnungsanlage immer eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schattenbildung zu erreichen. In jedem Fall sollte zeitnah eine Beregnungsanlage montiert werden. Ohne Wasser funktioniert kein Reitboden. Die Alternative zur fest installierten Beregnung ist die Beregnung von Hand, also mit einem Schlauch, einem Stativregner oder einem Wasserfass. Beide Varianten sind sehr zeitintensiv und vom Beregnungsbild sehr ungleichmäßig. Bei ungleichmäßiger Beregnung verschiebt sich der Reitboden. Schließlich ist trockener Sand leichter als nasser. Dadurch entstehen Hügel und Löcher. Häufige und teure Serviceeinsätze mit lasergesteuerter Planiereinheit sind die Folge. Im Endeffekt gibt man das Geld, das man vermeintlich an einer Beregnungsanlage gespart hat für die Instandhaltung des Reitbodens wieder aus. Immer wichtiger werden Personalnot und Zeitersparnis, die man bei einer fest installierten Beregnungsanlage hat.

Bei der Installation stellt sich die Frage, für welches der zwei Beregnungssysteme man sich entscheidet: Das Modell Klassiker Plus, auch Düsenrohrberegnung genannt und die fahrbare Anlage Comfort Aquamobil. Der Unterschied liegt in der Gleichmäßigkeit und in der Möglichkeit, einzelne Teilbereiche der Reitfläche separat beregnen zu können. Gerade bei Reithallen mit hohem Lichteinfall ist diese Sektionalberegnung unerlässlich, da einzelne Bereiche durch die Sonneneinstrahlung stärker austrocknen. Die Installation ist in der Regel sehr einfach. Es gibt je nach Hufschlagmaß bestimmte Anforderungen an den Wasseranschluss. Generell können sowohl Trinkwasser wie auch Brunnen- oder Regenwasser verwendet werden. Falls kein ausreichend starker Wasseranschluss vorhanden ist, kann man mit einer Druckerhöhungspumpe oder einer Zwischentanklösung Abhilfe schaffen. Bei einer Reitplatzberegnung fallen Erdarbeiten in Form eines Grabens ringsum den Reitplatz an.

Horst Apman (Röwer und Rüb): Die Führanlage sollte so platziert werden, dass die Pferde bei ihrer regelmäßigen Arbeit in der Führanlage nicht dauernd durch äußere Einflüsse gestört oder erschreckt werden. Die Pferde sollen sehen, woher Geräusche kommen. Dennoch sollte der Standort auch verkehrsgünstig geplant werden, denn die Anlage darf nur unter Aufsicht betrieben werden und der Weg zum Füllen und Leeren der Führanlage mit den Pferden muss rationell geplant werden.
Wenn am Tag 40 Pferde in die Führanlage gebracht werden sollen und ich einen Weg von 40 m zurücklege, muss ich am Tag 2 km laufen. Beträgt der durchschnittliche Weg 100 m, muss ich 5 km laufen. Der Einsatz einer Führanlage ist in der Regel unkompliziert für die Pferde und sie gewöhnen sich sehr schnell an die Abläufe. Auf dem Laufband kann ich die Pferde kontrollierter bewegen. Das bietet sich gerade bei Pferden an, die ein Problem am Bewegungsapparat hatten. Zudem lässt sich die Belastung z.B. durch die Steigung kontrolliert erhöhen.

Eine Führanlage wertet den Betrieb auf und viele Einsteller suchen gezielt nach diesem Angebot. Die Kosten für die Führanlage ohne Dach, aber mit festem Boden und Zaun liegen bei mindestens 15.000 Euro. Die Kosten für eine komplett überdachte Führanlage liegen bei mindestens 100.000 Euro.
Außerdem ist die Frage, wer das Pferd in die Anlage stellt –ein Mitarbeiter oder der Einsteller. Wird die Führanlage nur zur Verfügung gestellt, kenne ich Ställe, da kostet die monatliche Nutzung zwischen 20 und 30 Euro. Werden die Pferde von einem Mitarbeiter rein- und rausgebracht, liegen die monatlichen Gebühren bei 40 bis 60 Euro. Kostendeckend ist das meist nicht. Die Nutzungskosten wie Stromverbrauch sind eher gering und zu vernachlässigen. Bei einem Laufband ist die Frage der Amortisierung einfach zu beantworten. Bei einem Preis von 4 bis 5 Euro je halbe Stunde ist das Laufband bei 10 Nutzern pro Tag nach 5 Jahren abbezahlt.

Frank Böhmer (Bowe Beregnung): Bei einer Reithalle rate ich grundsätzlich zu einer Beregnung von oben. Eine Seiten- bzw. Bandenberegnung ist aufgrund der schlechten Wasserverteilung schädlich für den Boden. Ideal ist eine mobile und flexible Sprühbalkenberegnung. Im Außenbereich gelten andere Regeln. Dort besteht eher die Option, von seitlich außen zu bewässern und dabei auch die Überlappung von Sprühkreisen zuzulassen. Prinzipiell darf Wasser unter freiem Himmel in größerer Menge verwendet werden – solange die Tretschicht nicht leidet und keine Rutschstellen entstehen. Das ist bei Plätzen bis zu 40 Meter Breite möglich. Für breitere Plätze empfehlen wir zusätzliche Regner mittig zu platzieren. Gezielt beregnen spart eine Menge Wasser. Bei einer Halle, die 20 auf 60 Meter misst, braucht man mit einer Beregnungsanlage etwa 1.200 Liter, also einen Liter pro Quadratmeter. Mit dem Schlauch oder Wasserfass oft das Doppelte. Außerdem macht die elektronische Steuerung es möglich, wenn nötig, schnell nachzuwässern. Die Beregner von Bowe sind via Touchpad oder App steuerbar. Der Betriebsleiter kann Geschwindigkeit und Wassermenge regulieren, der Timer beginnt und endet automatisch. Er kann auf Wochen, Tage und Uhrzeiten genau eingestellt werden, um den Reitbetrieb nicht zu stören.

Sabine Dörr (Tisoware): Tisoware bietet verschiedene Module, die der Sicherheit im Betrieb dienen sollen: eine Zutrittssicherung, einen Sicherheitsleitstand, einen Schließplan und ein Ausweismanagement ebenso wie Besuchermanagement und Videoanalyse. Diese finden in den Stallungen und im Transporter, auf der Koppel, dem Abreitplatz oder Parkplatz ihre Einsatzorte. Das Tisoware-Team analysiert die gebäudetechnischen Voraussetzungen, implementiert das System und bietet den vollumfänglichen Service, damit die Videokameras vom Systempartner Axis für eine umfassende Überwachung von Stall und Außenbereichen sorgen. Als Software dient das Videomanagementsystem von Senstar. Die Verbindung geschieht über einen speziellen Aimetis Mobile Bridge Server. Tisoware Video liefert Live-Bilder von sicherheitsrelevanten Bereichen jederzeit und ortsflexibel direkt auf das Handy und verknüpft diese mit Alarmen und kritischen Ereignissen. Werden beispielsweise in den Stallungen vordefinierte Toleranzwerte überschritten, schlägt das System automatisch Alarm. Eine weitere interessante Option für Betriebe mit vielen Mitarbeitern ist eine professionelle Zeiterfassung inklusive Zutrittskontrolle. In Kombination mit Kaba Terminals bietet Tisoware eine einfache, berührungslose Möglichkeit der Zeiterfassung mit Anzeige. Die Zutrittskontrolle erfolgt mittels Chip.

Alois Gebauer (Loibas): Bei der Umstellung oder Ergänzung von Beleuchtung ist auf den Allgemeinzustand der Bestandsanlage zu achten. Gerade Stammleitungen altern schnell, daher ist besonders auf deren Zustand und Querschnitt zu achten. Eine starke oder sogar Überlastung auf einer alten Leitung ist brandgefährlich. Der Einsatz neuerer Leuchten entlastet die Leitungen. Indizien für Kriechströme sind ein unrealistisch hoher Stromverbrauch. Durch den Einsatz eines sogenannten Watchers, der im Internet zu bestellen und leicht installierbar ist, lässt sich der Stromverbrauch nachvollziehen. Achtung: Maßgeblich Änderungen an der Elektroinstallation in umgebauten Gebäuden heben den Bestandsschutz alter Anlagen auf. Hier sollte man in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen Installateur die damit verbunden Abläufe und Kosten im Blick haben

Stefan Künstler (Ekey Biometric Systems): Auf einem Pferdebetrieb bewegen sich täglich sehr viele verschiedene, auch nicht-autorisierte Personen. Die Investition in Sicherheitstechnik wie Zutrittskontrolle kann sich. gerade bei flächenmäßig großen Stallbetrieben mit zahlreichen Boxen und Nebengebäuden schnell auszahlen. Mit einem Ekey Fingerprint-System lassen sich verschiedenste Benutzergruppen bilden, die zu ausgewählten Zeiten Zugang zu gewissen Stallbereichen oder Räumen wie der Sattelkammer bekommen. Schlüssel werden so überflüssig. Über den Fingerabdruck kommen nur die berechtigten Personen an ihr Pferd oder ihren Sattel. Der Zutrittslog kann auf Wunsch gespeichert werden.
Sowohl bei einer Neuinstallation, als auch bei einer Nachrüstung kann jegliche Art von elektrischen Motor- oder Magnetschlössern verwendet werden – auch bei schweren Stalltoren oder Paddocktüren. Durch eine Integration in andere Sicherheitssysteme wie z.B. eine Brandmeldeanlage oder eine Kameraüberwachung entsteht ein besonderer Mehrwert. So ist es möglich, dass im Brandfall alle Türen entriegelt werden, um eine zügige Evakuierung der Stallanlage zu ermöglichen.

Wolfgang Kurzenknabe (Lufolight): In den meisten Fällen möchte der Reitstallbetreiber eine bessere Ausleuchtung bei maximaler Energieeinsparung für seine Anlage installieren. Grundsätzlich sind bei einer Modernisierung die baulichen Gegebenheiten zu beachten und beispielsweise berücksichtigt werden, dass eine LED-Beleuchtung einen Abstrahlwinkel von 120° erreicht, das heißt um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen, müssen die Abstände auf die Gebäudeinnenhöhen vernünftig geplant und eingehalten werden. Der Abstand zwischen den Leuchten sollte maximal zwei Meter betragen, um keine sichtbaren Hell-Dunkel-Unterschiede im Bereich des Gebäudes zu haben. Der Abstand zwischen den Leuchten sollte Montagehöhe plus maximal 2 Meter betragen, d. h. bei einer Gebäudehöhe von 3 m sollte der Leuchtenabstand maximal 5 Meter betragen, um keine sichtbaren Hell-Dunkel-Unterschiede im Bereich des Gebäudes zu haben. Für Stallbereiche liegen die Ansprüche der Betreiber relativ weit auseinander, so dass zwischen 120 und 250 Lux am Boden im Stall gewünscht sind.

Sollte die Verdrahtung im Stall noch dem heutigen Standard entsprechen, sind LED-Leuchten selbstverständlich auch an bestehenden Leitungen anzuschließen. Sollte dieses nicht der Fall sein, sollte 5- bis 7-adrig verdrahtet werden, so dass bei einer Neuinstallation eine 50%-Schaltung im Stall möglich ist bzw. bei einer 7-adrigen Verdrahtung ggf. ein Lichtmanager mit Zeitschaltuhr in den Bereichen eingesetzt werden kann. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, empfehlen wir in Bestandsgebäuden (Ställe, Hallen) und Außenbereichen eine Bestandaufnahme durch den Fachmann, der auch eine Lichtsimulation erstellt. Die Kosten für neu installierte LED-Beleuchtung bewegen sich in dem Rahmen, dass bei einer täglichen 8- bis 10-Stunden-Nutzung durch die Energieersparnis die Investitionskosten nach vier bis fünf Jahren erreicht sind. Die Lebensleistung einer guten LED-Leuchte beträgt 50.000 Stunden (ca. 5,7 Jahre) und mehr. Für Außenbereiche wird heute die Lichtfarbe mit 3.000 Kelvin empfohlen. Im Bereich der Modernisierung gilt das Gleiche wie bei Neuanlagen: Eine vernünftige Beratung vor Ort sowie eine Lichtplanung mit Lichtsimulation ist immer zu empfehlen bzw. unumgänglich, wenn es dann für die nächsten Jahrzehnte optimal sein soll.

Beate Lindauer (Kraft Führanlagen): Die Führanlage sollte so zentral wie möglich stehen, die Wege müssen kurz sein, um den Arbeitsaufwand zu verringern. Zeit ist Geld. Außerdem ist eine zentrale Lage wichtig, um die Führanlage immer im Blick zu haben und beaufsichtigen zu können. Laufbänder zusätzlich einzusetzen ist sinnvoll, um möglichst gezielt die Muskeln zu trainieren oder auch die Hinterhand – was über die Bergaufstellung funktioniert. Auch die Geschwindigkeit lässt sich so gezielt trainieren – Laufbänder sind also eine interessante Option für Distanz- und Galoppreiter. Am besten stellt man sie im oder am Stallgebäude auf, jedoch nicht in den Hauptverkehrstrakten. Führanlage und Laufband sollten bepreist werden – fair finde ich eine Pauschale für den Führanlagenservice zu veranschlagen, wobei sich Betriebsleiter preislich an vergleichbaren Angeboten in der Umgebung orientieren sollten und am Anschaffungspreis für die Führanlage. Alternativ können Betriebsleiter die Kosten für die Führanlage natürlich auch auf alle Einsteller umlegen. Die Laufzeit der steuerlichen Abschreibung sollte dabei auch berücksichtigt werden. Aus steuerrechtlicher Sicht wird die Führanlage meist innerhalb 10 Jahren abgeschrieben und daran sollte man sich auch orientieren. Handelt es sich um ein Modell, in dem auch Beritt oder Longieren möglich sind, zahlt die Investition sich sogar früher aus. Laufbänder sind generell einfacher zu bepreisen – über einen Münzautomaten, in den man jeweils 3 bis 5 Euro einzahlt beispielsweise.

Annika Pohle (Hofmeister Pferdesport): Ein Solarium wird heute oft nicht nur zum Trocknen nach dem Training oder Waschen genutzt, es leistet viel mehr. Viele Pferdebesitzer gönnen ihrem Pferd gerne einen Wellness Tag besonders bei schlechtem Wetter. Regelmäßige Wärmetherapie unter einem Solarium stärkt die Widerstandsfähigkeit, fördert die Durchblutung und somit das Wohlbefinden insgesamt. Zudem wirkt es ideal bei Rückenproblemen, bei Heilungsprozessen und Beschwerden alter Pferde. Das Solarium kann auch vor der Arbeit zum Aufwärmen verwendet werden. Ein Solarium bietet einen großen Mehrwert für den Betrieb, vor allem, da Pferdehalter immer mehr Augenmerk auf Haltung, Gesunderhaltung und Wohlbefinden richten. Zudem kann sich ein Solarium durch die Verwendung eines Münzautomaten refinanzieren. Jedes Solarium erzielt dieselbe Wirkung. Von der Anzahl der Infrarotstrahler hängt lediglich die Zeit der Anwendung ab. Je mehr Strahler desto schneller. Wenn viele Pferde hintereinander das Solarium nutzen, ist es deshalb sinnvoll, ein Modul mit vielen Strahlern zu installieren. Bei kleinen Betrieben reicht eine preiswertere kleine Variante.

Matthias Rossmayer (Acclaro PS): Digitalisierung beschreibt die Umwandlung von analogen Prozessen in digitale. Digitale Daten können viel schneller verarbeitet, verteilt und vervielfältigt werden. Zugleich sinkt die Häufigkeit von Übertragungsfehlern drastisch. Die Abläufe im Pferdebetrieb bergen ein großes Potenzial für Digitalisierung, da hier derzeit noch viel Personal eingesetzt wird. Der Einsatz von Software lohnt sich für alle Betriebe, die Pferde, Mitarbeiter oder Kunden sowie die Einrichtungen des Betriebes, wie Hallen, Plätze, Weiden etc. verwalten, dokumentieren und Leistungen abrechnen müssen. Die Software unterstützt den Betriebsleiter bei Verwaltung, Abrechnung, Einsatzplanung, Lagerhaltung, Stallbuch, Futterplan und Medikation.

Vor allem die Schnittstellen, u.a. zur Banking-Software, nimmt viel Arbeit ab. Im Grundpaket sind die wichtigsten Abläufe integriert und abgebildet, weitere Module können betriebsindividuell hinzugebucht werden. In Kundengesprächen haben wir schon oft gehört, dass die detaillierte Dokumentation der täglichen Abläufe einen Aufwand von rund einer Stunde pro Tag und am Monatsende noch einmal von mindestens einem Tag – bei größeren Betrieben sogar bis zu einer Woche – erfordert. Addiert man diese Zeiten auf, so ergeben sich mindestens 40 Stunden jeden Monat, für diese Verwaltungstätigkeit. Dieser Aufwand kann durch den Einsatz von Acclaro PS drastisch reduziert werden.

Michael Vogel (Equus Design): Die Kunden sind heute sehr gut informiert und legen bei einem Solarium vor allem Wert auf Sicherheit und Qualität, sie nutzen es gerne auch fürs Aufwärmen der Pferde und zur Wärmetherapie. Nach der Investition in ein Solarium sollte der Betriebsleiter dafür sorgen, dass die Hälfte der Einnahmen über den Münzautomat direkt in die Refinanzierung des Geräts fließen, die andere Hälfte in den Stromverbrauch und die Leuchten. Zusätzliche Einnahmen auf dem Betrieb lassen sich meiner Erfahrung nach am besten über Kaffeeautomat, Laufband und Solarium erwirtschaften. Nach drei bis fünf Jahren sollte es sich je nach Betriebsgröße und Anschaffungswert refinanzieren. Empfehlen würde ich auf jeden Fall einen Münzautomaten und keine Pauschale. Das Solarium ist das Herzstück der Anlage, es sollte am besten bei der Sattelkammer und nahe des Waschplatzes liegen.

Karsten Winkler (Myroundpen): Betriebsleiter verbringen sehr viel Zeit damit, auf die individuellen Wünsche der Einsteller einzugehen. Die Verwaltung und Abrechnung der Kosten, insbesondere von Einsteller-spezifischen Anforderungen, sowie die Organisation von Terminen läuft meist noch manuell ab. Digitale Neuerungen schaffen Übersicht, ein digitales Schwarzes Brett bietet eine Kommunikationsplattform. Die digitalen Anwendungen bieten auch Reitern zahlreiche Vorteile, indem sie beispielsweise Reitstunden oder die Reithalle online reservieren oder von zuhause aus wichtige Informationen einsehen und bearbeiten können. Im dynamischen Wettbewerb der Reiterhöfe empfehlen sich also jegliche Neuerungen, die sowohl die Abläufe im Hof verbessern als auch die Zufriedenheit der Reiter steigert. Digitale Dienste können viel Zeit und mitunter Personalkosten einsparen, Alltagsaufgaben vereinfachen oder gar übernehmen. Auch unsere Software Myroundpen vereinfacht viele Organisationsaufgaben von der Verwaltung der Futter- und Koppelpläne, der Koordination von Wurmkuren bis hin zur kanalisierten Kommunikation zwischen Betriebsleiter, Personal und Kunden. Mögliche Gründe für anfängliche Skepsis könnten mit Bedenken über zu hohe Kosten, Zweifel bezüglich der Datensicherheit oder ein unklarer Nutzen sein. In persönlichen Gesprächen erleben wir oft überraschte Reaktionen bei der schnellen und einfachen Inbetriebnahme. Die Hofbesitzer hatten einen hohen Aufwand bei der Einführung der digitalen Lösungen befürchtet. Demo-Versionen oder Probe-Abonnements sind geeignete Wege, um digitale Dienste unverbindlich zu testen. Ansonsten liegen die Vorteile auf der Hand: Die digitale Vernetzung schafft Transparenz, Übersichtlichkeit, Vereinfachung der Verwaltung sowie Zeitersparnis.

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