Herdenschutz: Maßnahmen im Ländervergleich

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Pferd und Wolf: wenn das Zusammenleben funktionieren soll, ist der Herdenschutz ein wichtiger Faktor. Eine Aufstellung durch den Bund Naturschutz (NABU) zeigt jedoch, dass nicht alle deutschen Bundesländer gleich aufgestellt sind. Welche Hilfen Pferdebetriebsleiter erwarten können, hängt davon ab, in welchem Bundesland sie leben.

Seit dem Jahrtausendwechsel gibt es wieder freilebende Wölfe in Deutschland. Mittlerweile kommen sie in fast allen Bundesländern vor. Wie die einzelnen Bundesländer speziell in Bezug auf Herdenschutzmaßnahmen und -förderprogramme vorgehen, hat der Bund Naturschutz (NABU) verglichen. Zum Tag des Wolfes am 30. April wurden die Ergebnisse vorgestellt. Die Ampelansicht zeigt: Es gibt noch Verbesserungsbedarf.

Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind Vorbilder

Als Vorbilder können laut Erhebungen des NABU die Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Thüringen dienen. Nordrhein-Westfalen steht noch auf Gelb, hat aber seit dem ersten Wolfsaufkommen 2018 bereits kurzfristig gute Förderstrukturen geschaffen. Ähnliches gilt für Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. In Bayern wird seit 30. April 2020 der Herdenschutz zu 100 Prozent gefördert, allerdings noch nicht flächendeckend. In der Grafik konnten diese neuen Informationen noch nicht aufgenommen werden. Deshalb ist Bayern in der Grafik noch Rot eingefärbt, ebenso wie das Saarland, Bremen, Hamburg und Berlin.

Herdenschutz im Ländervergleich

Quelle: NABU

Tipps vom NABU zum Thema Herdenschutz

Basis der NABU-Analyse waren die aktuell online verfügbaren Informationen. Anlass für die Untersuchung: Für Weidetierhalter und Landwirte bedeuten Wölfe im Gebiet Mehrarbeit und eine höhere finanzielle Belastung. Um ihre Tiere zu schützen, brauchen sie staatliche Unterstützung. Der NABU rät allen Bundesländern, die Kosten für den Kauf und Unterhalt von Zaunmaterial und Herdenschutzhunden vollständig zu übernehmen – unabhängig vom Wolfsbestand. Letztlich sei absehbar, dass auch in gering oder nicht besiedelten Bundesländern mit mehr Wölfen zu rechnen ist. Effekt haben diese Fördermaßnahmen natürlich nur, wenn die Weidehalter diese auch wahrnehmen. Niedersachsen nennt der NABU als „trauriges Beispiel“ trotz guter Förderkulisse. Der NABU steht als Berater zur Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen zur Verfügung.

Das kannst du tun:

  • Spezielle Elektrozäune installieren. Eventuell sind zwei Zäune nötig, da Wölfe Zäune gern unterkriechen, in der Pferdehaltung  von max. 20 cm verboten sind. Hier besteht Verletzungsgefahr z.B. beim Wälzen.
  • Herdenschutzhunde einsetzen
  • Bei Kleinpferden und Fohlen ist Vorsicht geboten. Stuten sollten nicht auf der Weide abfohlen.
  • Informieren, ob in deinem Bundesland Schutzmaßnahmen finanziell gefördert werden.

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