Geburtsmelder: Wissen, wann es passiert.

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In der Regel können Stuten Fohlen ohne Weiteres allein zur Welt bringen. Allerdings benötigen sie in rund 10 Prozent aller Fälle Hilfe. Um im Falle eines Falles schnell bereit zu stehen, haben Stutenbesitzer in den entscheidenden Tagen häufig schlaflose Nächte. Doch mit der passenden Technik, muss das nicht sein.

Videoübertragung

Häufig kommt für die Überwachung tragender Stuten eine Videokamera als Haupt-Überwachungselement zum Einsatz. Beispielsweise Systeme, die die Bilder via Funk, Kabel oder per WLAN über das Internet übertragen. Um auch im Dunkeln etwas sehen zu können, sollten die Kameras mit einer Nachtsichtfunktion ausgestattet sein. Damit man die Bilder sehen kann, benötigt man zusätzlich, je nach System einen Fernseher/Display oder einen PC, der ständig in Betrieb ist. Verschiedene Anbieter haben sich auf diese Art der Pferdeüberwachung spezialisiert und liefern dem Stallbetreiber ein komplettes Überwachungssystem für Stall und Weide. Am Hof, per Internet und Handy können Pferdebesitzer dann ihre Tiere beobachten. Doch auch das beste Überwachungssystem ersetzt nicht den regelmäßigen Kontrollgang in den Stall.

Schwitzen und Temperatur als Indikator

Alternativ oder ergänzend zur Kameraüberwachung setzen viele Züchter auch auf einen Geburtsmelder. Es gibt zum Beispiel Systeme, die einem Longiergurt ähneln und verschiedene Parameter erfassen. Das erste elektronische Geburtsüberwachungssystem kam in Deutschland 1977 auf den Markt: der „Wächtomat“ der Firma Kegel. Er besteht aus einem Sender am Pferd und einem Empfänger in bis zu 200 Meter Entfernung. Durch die Zwischenschaltung einer Wählanlage kann der Alarm auch aufs Handy oder Festnetz weitergeleitet werden. Das System besteht aus einem Brustgurt mit Sender, der mit einem Bauchgurt fixiert wird. Am Hals der Stute befindet sich ein Messfühler, der die elektrische Leitfähigkeit auf dem Fell des Tieres misst. Steigt die Feuchtigkeit durch vermehrtes Schwitzen vor der Geburt an, wird dies über Funk übermittelt und es ertönt ein Alarm. Andere Systeme erfassen zusätzlich noch die Temperatur der Stute, ein weitere Indikator für eine bevorstehende Geburt. Laut einer Studie aus dem Jahr 1992 soll die Temperatur rund vier Stunden vor der Geburt um rund 1 °C abfallen. Ein anderes System erfasst die Eröffnungsphase der Geburt an der Scheide. Der Birth Alarm von Gallagher hingegen erfasst die Körperhaltung einer Stute. Wenn bei der Stute Wehen einsetzten und sie sich hinlegt und ausstreckt, schlägt das System Alarm. Andere Lösungen verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Des Weiteren gibt es noch die Möglichkeit mit einem Teststreifen die Veränderungen des Kalzium- und Magnesiumgehalts in der Vorkolostralmilch der Stute zu messen und den Abfohltermin zu bestimmen.

Sensor am Halfter

Ganz neu am Markt ist das System Horse Control von Hippomed, das sich für die Geburtsüberwachung von Mutterstuten und Pferden, die zu Koliken neigen, eignen soll. Mit der Lösung werden Parameter wie Widerstand, Temperaturscheitelwerte und Lageverhalten des Pferdes über Hightech Sensoren am Nasenrücken und im Genick gemessen. Weichen Werte von der Norm ab, wird umgehend Alarm geschlagen.

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